Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Gefährliche Abfälle

Auch in Schreinerbetrieben fallen gefährliche Abfälle an, die ordnungsgemäß zu entsorgen sind. Es sind gesetzliche Nachweispflichten zu beachten, die von den anfallenden Abfallmengen abhängen. Bis zu einem jährlichen Abfallanfall von 20 t pro Abfallart kann die sogenannte Sammelentsorgung genutzt werden. Hierbei werden die Abfälle einem Einsammler übergeben, der bei der Übernahme der Abfälle einen Übernahmeschein aushändigt. Der Übernahmeschein belegt die ordnungsgemäße Übergabe des Abfalls und muss in das zu führende Register eingeheftet werden. Weitere rechtliche Hinweise zur Entsorgung gefährlicher Abfälle sind unter Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft > Nachweisverfahren dargestellt.

Es wird empfohlen, Abfallbilanzen über die im Vorjahr angefallenen Abfälle zu erstellen. Einzelheiten dazu können unter Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft > Abfallbilanzen und -konzepte nachgelesen werden.

Folgende Möglichkeiten stehen den Betrieben zur Verfügung, um Kleinmengen gefährlicher Abfälle zu entsorgen:

  • Sie können einen Entsorgungsfachbetrieb damit beauftragen, der ihnen einen geeigneten Behälter zur Verfügung stellt und diesen bei Bedarf abholt.
  • Über die Lieferanten von Oberflächenmaterialien insbesondere von Waschverdünnungen kann man vielfach auch seine verschmutzten Lösemittel und Lacke zurückgeben. Der Lieferant bereitet die Verdünnung wieder auf und gewinnt daraus frische Waschverdünnung.
  • Viele Stadt- und Landkreise bieten eine Problemstoffsammlung für Gewerbebetriebe mit Kleinmengen an Sonderabfällen an.
  • Verschiedene Stadt- und Landkreise nehmen im Rahmen der Problemstoffsammlung für Privathaushalte auch von Kleinbetrieben Sonderabfälle in haushaltsüblichen Mengen an.

Über die konkreten Möglichkeiten können der  Gewerbeabfallberater des Bürgermeister- oder Landratsamts oder die Umweltberater der Handwerksorganisationen informieren.

Von gefährlichen Abfällen gehen besondere Gefahren aus:

  • Gefährdung der Gesundheit des Menschen im direkten Kontakt (Gefahrstoffe)
  • Gefährdung der Wasserqualität durch mögliche Auswaschungen ins Grundwasser
  • Erhöhte Brandgefahr durch leicht brennbare Restbestandteile

Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Stoffe im Schreinerbetrieb als gefährliche Abfälle vorkommen können:

Tabelle: Übersicht gefährliche Abfälle im Schreinerhandwerk

Abfallschlüssel Abfallbezeichnung Hinweise
03 02 01 Halogenfreie organische Holzschutzmittel Holzschutzmittelreste aus dem Bereich des bekämpfenden Holzschutzes
06 02 04 Natrium- und Kaliumhydroxid Laugenbasis auf Basis von Natron- und Kalilauge zum Ablaufen von Möbeln
07 03 04 Andere organische Lösemittel verschmutzte Lösemittel aus der Oberflächenanwendung
08 01 11 Farb- und Lackabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten Lackreste auf der Basis organischer Lösemittel, die nicht ausgehärtet sind.
08 01 13 Farb- und Lackschlämme, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten Gemische aus Lackresten und Lösemittel in Sammelbehältern
08 01 15 Wässrige Schlämme, die Farben oder Lacke mit organischen Lösemitteln oder gefährlichen Stoffen enthalten. Reste aus Reinigungsständen für wasserlösliche Lacke und Lasuren aus dem Bauteilbereich, sofern der Lösemittelanteil über 3 % liegt.
08 01 17 Abfälle aus der Farb- und Lackentfernung, die organische Lösemittel oder gefährliche Stoffe enthalten. Abbeizreste und Lackschlämme aus der Farbentfernung
08 01 19 Wässrige Suspensionen, die Farben oder Lacke mit organischen Lösemitteln oder anderen gefährlichen Stoffen enthalten Reste von wasserlöslichen Lacken
08 04 09 Klebstoff- und Dichtmassenabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährlichen Stoffen enthalten Unbrauchbare Reste von Holzkitt, Wachskitt, Spachtelmassen die noch nicht ausgehärtet sind.
13 02 05 Nichtchlorierte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle auf Mineralölbasis Altöl aus der Wartung von Maschinen und Fahrzeugen
13 05 07 Öliges Wasser aus Öl-Wasser-Abscheidern ungefiltertes Kondensatwasser aus Kompressoranlagen, kann durch zusätzliche Öl-Wasser-Abscheider vollständig vermieden werden
15 01 10 Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind. Verschmutzte Lackkanister, Montageschaumkartuschen u. ä. auch für solche Verpackungen gilt die Rücknahmepflicht der Hersteller aufgrund der Verpackungsverordnung!
15 02 02 Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind. Nicht gefährlich sind Sägemehl oder -späne, die ausschließlich Borsalze enthalten. Filtermatten mit aushärteten Lackresten sind ebenso kein gefährlicher Abfall.
16 06 02 Ni-Cd-Batterien Akkus für Bohrmaschen u. ä.
Rücknahmepflicht des Handels aufgrund des Batteriegesetzes.
17 02 04 Glas, Kunststoffe und Holz, die gefährliche Stoffe enthalten Holzabfälle aus der Anwendung, die mit Holzschutzmitteln behandelt worden sind, wie z. B. Altfenster, Masten, Außenfassaden u. ä.
17 06 01 Dämmmaterial, das Asbest enthält Die Entsorgung von asbesthaltigem Material sollte nur durch entsprechend geschulte Spezialfirmen mit Sachkundenachweis nach TRGS 519 erfolgen!
17 06 03 Anderes Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder solche enthält Dämmmaterialien aus Glas- und Steinwolle, die vor dem Jahr 2000 eingebaut worden sind: Bei der Handhabung sind die Vorgaben der TRGS 521 zu beachten.
17 06 05 asbesthaltige Baustoffe Demontage von Platten aus Asbestzement oder asbesthaltigen Bodenbelägen. Die Entsorgung von asbesthaltigem Material sollte nur durch entsprechend geschulte Spezialfirmen mit Sachkundenachweis nach TRGS 519 erfolgen!
20 03 21 Leuchtstoffröhren Aus der Gebäudesanierung, gehören nicht ins Glasrecycling! Rücknahme über Handel und Elektrofachbetriebe nutzen.

Glossar

Entsorgungsfachbetrieb
Ein Entsorgungsfachbetrieb ist nach den §§ 56 und 57 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ein Betrieb, der bestimmten Anforderungen genügt und durch eine technische Überwachungsorganisation oder eine Entsorgergemeinschaft als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert ist. Entsorgungsfachbetriebe werden mindestens jährlich von einer Zertifizierungsstelle überprüft. Näheres regelt die Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe.

Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
Abfälle werden in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle eingeteilt. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt kleiner 55 °C oder Konzentration sehr giftiger Stoffe größer/gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen. Detaillierte Informationen über Sonderabfälle, gefährliche Abfälle und besonders überwachungsbedürftige Abfälle liefert beispielsweise das Umweltbundesamt.

TRGS
TRGS - Technische Regeln Gefahrstoffe. Unter dieser Bezeichnung sind mehrere themen- und stoffbezogene Vorschriften zum Umgang mit Gefahrstoffen zusammengefasst (Kühlschmierstoffe, Acetylen usw.).
Die Technischen Regeln finden Sie hier


TRGS 521
Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle
Die Technischen Regeln finden Sie hier.




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