Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Umweltkosten und Umweltkostenrechnung

Umweltkosten im betrieblichen Sinn umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit Maßnahmen entstehen, „die darauf ausgerichtet sind, die durch die Unternehmenstätigkeit verursachten oder zu erwartenden Umweltbelastungen oder Umweltschäden zu vermeiden, zu verringern, zu beseitigen sowie zu überwachen und zu dokumentieren.“ (VDI 2000).

Hierunter fallen Aufwendungen für produktions- und produktbezogene Maßnahmen; unabhängig, ob sie additiver (end-of-pipe) oder integrierter Art sind, z. B.:
  • Kosten umweltrelevanter Material- und Energieströme (Input- und Output),
  • Steuern und Gebühren, z. B. Abwassergebühren, Versicherungsgebühren, CO2-Zertifikate, 
  • Kosten für Umweltschäden,
  • Investitionen und laufende Kosten für additive und integrierte Maßnahmen, einschl. Personal- und Wartungskosten, Abschreibungen etc.
  • Umweltmanagementkosten,
  • Kosten Dritter, z. B. externe Umweltberatung, Planungs-, Antrags- und Genehmigungskosten,
  • Erlöse bzw. Gutschriften, z. B. verwertbare Reststoffe, Abgabe von Energie.

Grafik: Laufende Aufwendungen für Umweltschutzmaßnahmen in produzierenden Unternehmen, 2010
 
Quelle: Statistisches Bundesamt, 2010

Die Umweltkostenrechnung (UKR) ordnet die Umweltkosten den Kostenstellen und –trägern zu (z. B. Produktionsschritte, Lager etc). Die UKR kann auf unterschiedliche Ebenen bzw. Bereiche ausgerichtet sein, z. B. Unternehmen, Betriebsstandort oder Produktionsprozess. In der UKR werden die physischen Daten (Mengendaten Materialien, Abfall, Abwasser, Energie etc.) des jeweiligen Bereichs zu monetären Daten umgerechnet (Kosten, Erlöse, Einsparungen). Wesentliche Basis für die physischen Daten ist die betriebliche Umweltbilanz. Weitere Informationen und ein Beispiel unter Schreiner > Betriebsführung > Umweltmanagement > Umweltbilanz.


Grafik: Umweltkosten und Umweltkostenrechnung


Umweltkosten und Umweltkostenrechnung

Quelle: ABAG-itm, Pforzheim

Zweck und Nutzen einer UKR wird durch die jeweilige Methode bestimmt. In der betrieblichen Praxis stehen folgende Methoden im Vordergrund:
  • Umweltschutzkostenrechnung, bei der die Aufwendungen für den Umweltschutz berücksichtigt werden; sie dient in erster Linie der Kostenplanung und -kontrolle nachgeschalteter Umweltschutzmaßnahmen (z. B. Minimierung luftseitiger Emissionen, Entsorgung von Abfällen und Abwasser) und des Umweltmanagements,
  • Flusskostenrechnung oder Ressourcenkostenrechnung, bei der die Analyse der Material- und Energieflüsse und der daraus resultierenden Kosten (z. B. Material- und Bearbeitungskosten) im Vordergrund steht; sie trägt zur Transparenz der betrieblichen Kostenrechnung und der Verbesserung der Ressourceneffizienz bei,
  • Umweltorientierte Investitionsrechnung, die bei Investitionsentscheidungen die Umweltaspekte (z. B. Energie) berücksichtigt; dabei werden die späteren Betriebskosten einbezogen und die Ressourceneffizienz der Investition verbessert.

    Nähere Erläuterungen zu den Methoden unter Wichtig für alle Branchen > Umweltkostenrechnung > Methoden und Vorgehen.
Für den Begriff „Umweltkostenrechnung“ (UKR) gibt es keine einheitliche Definition. Informationen zum Umfang, den Ansätzen und Methoden sowie dem Vorgehen bei der Umweltkostenrechnung bieten die VDI-Richtlinie „Ermittlung der Aufwendungen für Maßnahmen des Umweltschutzes“ (VDI 3800), die ISO 14051 (Umweltmanagement – Materialflusskostenrechnung) und der Leitfaden „Betriebliches Umweltkostenmanagement“ (pdf, 432 kb) des Umweltbundesamtes.
Auf Grundlage des Umweltstatistikgesetzes (UStatG) werden seit 2005 in max. 10.000 Unternehmen die Investitionskosten des additiven und des integrierten Umweltschutzes erhoben. Die Erhebung umfasst die Bereiche Abfallwirtschaft, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung, Luftreinhaltung, Naturschutz und Landschaftspflege, Bodensanierung und Klimaschutz. Die Ergebnisse werden vom Statistischen Bundesamt unter www.destatis.de veröffentlicht und bieten interessante Kennzahlen zur Einschätzung des eigenen Betriebs.

Von der Umweltkostenrechnung zum Umweltkostenmanagement


Das Umweltkostenmanagement ist eine Weiterentwicklung der Umweltkostenrechnung. Es bezieht sich nicht nur auf Einzelmaßnahmen, sondern dient unmittelbar dem Zweck, den betrieblichen Umweltschutz insgesamt effizienter zu gestalten, d. h. Umweltkostenaspekte in allen betrieblichen Entscheidungen berücksichtigen und ökologisch-ökonomische Optimierungspotenziale erschließen. Damit verbunden ist der Anspruch, umweltbezogene Aufwendungen (Investitionen und laufende Kosten) umfassend zu analysieren, zu planen und zu kontrollieren.  

Das Umweltkostenmanagement ist integrierter Teil des allgemeinen betrieblichen (Kosten-)Management und baut auf dem vorhandenen Kostenstellen- und Kostenträgerrahmen des Unternehmens auf. Es verbindet die physischen (technischen) und finanziellen Daten und Informationen der betrieblichen Prozesse und Produkte und verhilft zu einer besseren Zuordnung der Kosten zu den einzelnen Verursachern.

Die Vorteile des Umweltkostenmanagements liegen in erster Linie in der Transparenz, im Aufzeigen von Optimierungs- und Kostensenkungspotenzialen (z. B. Material- und Energieeffizienz), der verbesserten Steuerung von Prozessen (z. B. Bildung von Kennzahlen, Identifizierung von Kostentreibern), einer nachhaltigen Kontrolle und Überwachung (z. B. verbesserte Datenlage und Zeitreihendokumentation) und der Absicherung einer Investitionsstrategie. Das Umweltkostenmanagement ist somit wesentlicher Bestandteil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) in Unternehmen.

Grafik: Einbindung der Umweltkostenrechnung in das betriebliche Umweltkostenmanagement

 
Einbindung der Umweltkostenrechnung in das betriebliche Umweltkostenmanagement.

Quelle: ABAG-itm, Pforzheim, Legende: Die ABC-Analyse ist ein betriebswirtschaftliches Analyseverfahren.

Glossar

ABC-Analyse
Die ABC-Analyse ist ein betriebswirtschaftliches Analyseverfahren. Sie teilt eine Menge von Objekten in die Klassen A, B und C auf, die nach absteigender Bedeutung geordnet sind. Eine typische ABC-Analyse gibt beispielsweise an, welche Produkte am stärksten am Umsatz eines Unternehmens beteiligt sind (A) und welche am wenigsten (C) (Quelle : Wikipedia). Im Fall der Energie- und Materialeffizienz bedeutet dies, dass zuerst die Möglichkeiten mit dem höchsten Einsparpotenzial und dem geringeten Aufwand angegangen werden.

KVP
KVP ist eine Methode zur kontinuierlichen Verbesserung innerbetrieblicher Abläufe, mit dem Ziel die Qualität und die Effizienz der Produktionsprozesse zu verbessern. Wesentliches Element ist die Einbeziehung und Motivierung der Mitarbeiter.

Umweltstatistikgesetz - UStatG
Umweltstatistikgesetz - UStatG
Den Gesetzestext finden Sie hier.


VDI
Der VDI ist der Verein deutscher Ingenieure. Er entwickelt unter anderem verbindliche Regeln, die einheitliche Standards im Bereich der industriellen Umwelt etablieren.



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