Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Einführung Energieeffizienz

 
Quelle: aboutpixel.de  

Die Diskussion um den steigenden Energieverbrauch und den Klimawandel gewinnt in den letzten Jahren deutlich an Schärfe. Der britische Volkswirt und frühere Chefökonom der Weltbank Sir Nicholas Stern veröffentlichte im Oktober 2006 den so genannten Stern-Report, in dem erstmalig die Kosten des Klimawandels zusammengestellt und ökonomisch beurteilt werden.

Wird die derzeitige Industriepolitik unverändert fortgeführt, müssen bis zum Jahr 2100 bis zu 20 % der weltweiten Wirtschaftsleistung für die Kosten des Klimawandels einkalkuliert werden. Wird dagegen jetzt umgesteuert und eine deutliche Verminderung der Emissionen von Treibhausgasen erzielt, so ist hierfür lediglich 1 % des Welt-BIP von den Staaten der Erde aufzubringen. Inzwischen haben auch die USA, die wirtschaftlich führende Nation der Welt, den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Klimawandel anerkannt.

Zur Klimadiskussion hinzu kommt in den letzten Jahren eine Auseinandersetzung über die begrenzten Ressourcen, insbesondere des Öls. Steigende Nachfrage aus den Industrie- und Schwellenländern, aber auch spekulative Einflüsse trieben die Preise nahezu aller energetischen und nichtenergetischen Rohstoffe in ungeahnte Höhen. Auch der Preisverfall in der Krise 2009 wird an dieser Tendenz langfristig nichts ändern.

Im Jahr 2008, einem Jahr weltweiten Wachstums, stiegen die Energiepreise in einem noch nie da gewesenen Tempo. Gleichzeitig war es den ölfördernden Staaten, trotz steigender Nachfrage, nicht mehr möglich, ihre Produktion deutlich zu erweitern. Eine Reihe von Wissenschaftlern vertritt daher die These, dass in nächster Zukunft das Maximum der Ölförderung in den großen Ölfeldern erreicht und damit zukünftig mit einer rückläufigen Fördermenge zu rechnen sei (peak-oil-these).

Grafik: Durchschnittlicher jährlicher Ölpreis bezogen auf Brent Oil
 
Quelle: Wikipedia

Durch dieses Zusammenspiel der Gefahr des Klimawandels mit der Verteuerung der Ressourcen, ergibt sich auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Notwendigkeit energie- und materialeffizient zu produzieren. Die Energie- und Rohstoffpreise werden unter diesen Randbedingungen zukünftig konjunkturell oder spekulativ beeinflusst und damit zunehmend unberechenbar. Die Planungssicherheit von Unternehmen wird sich deutlich vermindern.

Nur Unternehmen, die Effizienzstrategien und ggf. zumindest teilweise Energieeigenversorgung verwirklichen, werden zukünftig wettbewerbsfähig sein.

Vorteile für Unternehmen, die sich energiebewusst verhalten

  • Unternehmen, die ihren Energieverbrauch verringern und Energie über Kraftwärmekopplung oder solar teilweise selbst produzieren sind weniger anfällig gegen plötzlich Preisschwankungen
  • Der Energiekostenanteil im produzierenden Gewerbe beträgt zwischen 2 und 40 % des Umsatzes. Durch rationelle Energieverwendung können Unternehmen Kosten dauerhaft senken und ihre Ertragslage verbessern. Jeder eingesparte Euro geht direkt in den Unternehmensgewinn. Eine Analyse des unternehmensinternen Energieverbrauchs lohnt sich daher in jedem Fall.
  • Unternehmen, die Energie sparsam verwenden und erneuerbare Energien einsetzen, erzielen häufig einen Imagegewinn.
  • Um die Vorgaben zur Verringerung des Ausstoßes von Klimagasen aus dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen, werden Energieeinsparmaßnahmen und die Nutzung regenerativer Energien öffentlich gefördert.
  • Größere Unternehmen erhalten seit dem Jahr 2005 über den Emissionshandel (CO2-Lizenzen) weitere Anreize zum effizienten Umgang mit Energie.

In diesem Bereich erhalten Sie branchenübergreifende Informationen zu Einsparmöglichkeiten, Energiemanagement und als wesentlicher Baustein davon die Energieeffizienzanalyse. Branchenspezifische Informationen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten finden Sie vor allem

Über die wesentlichen rechtlichen Grundlagen können Sie sich in Rechtsgrundlagen > Energie informieren.

Glossar

Emissionshandel
Unter Emissionshandel versteht man den Handel mit Rechten zur Freisetzung klimawirksamer Gase. Unternehmen die ihren Treibhausgasausstoß reduzieren können überzählige Lizenzen verkaufen. Ziel ist durch marktwirtschaftliche Methoden eine Senkung der Emission klimawirksamer Gase zu erreichen.

Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll wurde auf der 3. Vertragstaatenkonferenz der UN- Klimarahmenkonvention im Dezember 1997 angenommen. Es ist das wichtigste globale Umweltabkommen. Über seine Bedeutung als Meilenstein im globalen Klimaschutz hinaus hat es große entwicklungspolitische Wirkung und stellt ein neues Element der Weltwirtschaftsordnung dar. Mit dem Kyoto-Protokoll hat sich die Staatengemeinschaft zum ersten Mal auf verbindliche Ziele und Maßnahmen für den Klimaschutz geeinigt. Das Kyoto-Protokoll legt globale Obergrenzen für die Emission von Treibhausgasen fest. Die Industrieländer erkennen ihre historische Verantwortung für die Erderwärmung an und machen den ersten Schritt, in dem nur sie (nicht die Entwicklungsländer) in der ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 Reduktionsverpflichtungen übernehmen.

Peak-oil-These
Die Theorie des globalen Ölfördermaximums (englisch global oil peak) überträgt die Erkenntnisse zu einem Ölfördermaximum eines einzelnen Ölfeldes auf den gesamten Erdölvorrat der Erde. Nach der peak-oil-Theorie wird die Gesamtförderung mehrerer Ölquellen durch eine Glockenkurve, die sogenannte Hubbert-Kurve, beschrieben. Nach dieser Theorie fällt die förderbare Menge an Öl nach Überschreiten des Fördermaximums progressiv ab, die Fördermenge kann daher nicht weiter gesteigert werden. Die Vertreter dieser Theorie sehen, auch angesichts der Verknappung des Öl im Jahr 2008, den Zeitpunkt des Fördermaximums bereits als gekommen an oder erwarten ihn in den nächsten 10 Jahren. Die Frage, wann ein solches Maximum eintritt und ob es von Relevanz ist, ist wissenschaftlich umstritten.

Treibhausgase
Als Treibhausgase bezeichnet man Spurengase, welche die Wärmestrahlung der Erde absorbieren und somit die Erdoberfläche und die untere Atmosphäre erwärmen (Treibhauseffekt). Die Konzentration von Treibhausgasen war in der Klimageschichte der Erde extrem starken Schwankungen unterworfen. Beispielsweise betrug die CO2-Konzentration einst ein Vielfaches der heute gemessenen ca. 0,038%. Treibhausgase sind u.a. Kohlenstoffdioxid (CO2), fluorierte Kohlenwasserstoffe (FCKW), Methan, Stickstoffoxide, insbesondere Distickstoffmonoxid (Lachgas), Wasserdampf und Schwefelhexafluorid. Die Wirkung dieser Gase ist unterschiedlich. So ist das spezifische Erwärmungspotenzial von Lachgas über 300 mal, das von Methan 32 mal so stark wie bei Kohlendioxid.



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