Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Verbrauch in Industrie und Handwerk

Die AG Energiebilanzen hat den gesamten Energiefluss der Bundesrepublik Deutschland grafisch dargestellt. Anhand dieses Flussdiagramms wird eine Reihe wichtiger Sachverhalte deutlich.

Nur 6 % der energetischen Rohstoffe werden nichtenergetisch, also z. B. für petrochemische Anwendungen wie die Kunststoffherstellung, genutzt. Fast die gesamte Menge energetischer Rohstoffe wird auf unterschiedliche Weise verbrannt. 23 % des Energieinhalts dieser Rohstoffe wird bei der Umwandlung in Endenergie, also über wiegend in den Kraftwerksprozessen, ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Diese Verluste könnten z. B. durch die verbrauchernahe Energieumwandlung bei gleichzeitiger Abwärmenutzung (Kraftwärmekopplung) deutlich verringert werden.

Bei den Endverbrauchern liegen der Verkehr und die Industrie vorn. Im Zeitraum von 1990 bis 2007 war der Verkehr der einzige Sektor dessen Energieverbrauch in absoluten Zahlen stieg. Hierfür sind im Wesentlichen die steigenden Gütertransportleistungen verantwortlich. Der Verbrauch der Haushalte blieb weitgehend konstant, während Industrie und Gewerbe ihren Verbrauch senken konnten.

 

Verbrauchsschwerpunkte in der Industrie

Repräsentative Untersuchungen zum Verbrauch der verschiedenen Bedarfsträger in der Industrie sind nicht verfügbar. Die Oberösterreichische Wirtschaftskammer hat u. a. 10 Unternehmen der metallbearbeitenden Industrie hinsichtlich ihres Energieverbrauchs untersucht. Man erkennt aus der Untersuchung, die 2003 veröffentlicht wurde, jedoch auch die hohe Schwankungsbreite des Anteils der einzelnen Verbraucher.

Beim Stromverbrauch dominiert eindeutig die mechanische Fertigung, also der Stromverbrauch der Werkzeugmaschinen. Thermische Prozesse wie z. B das Gießen oder Härten können ebenfalls beachtliche Beiträge zum innerbetrieblichen Stromverbrauch liefern. Zu beachten ist auch die Drucklufterzeugung, die als Nebenprozess immerhin ca. 13 % des Stromverbrauchs verursacht.

Verbraucher  Verbrauch [ % ]  Verbrauch [ % ] 
   Mittelwert  Bandbreite
 Strom    
 Büro, Beleuchtung   6  (3,0 - 23,0)
 Mechanische Fertigung   43  (20,0 - 54,0)
 Thermische Fertigung   26  (7,0 - 50,0)
 Oberflächenbehandlung  12  (5,0 - 30,0)
 Druckluft, Heizung   13  (7,0 - 17,0)
 Summe  100  
 Erdgas, Heizöl leicht, Sonstige     
 Heizzentrale  62  (48,0 - 91,0)
 Örtliche Brenner   34  (9,0 - 42,0)
 Interner Transport  4  (0,0 - 33,0)
 Summe  100  
Quelle: Wirtschaftskammer Österreich Stand: 2003 

Beim Gas und Ölverbrauch dominiert erwartungsgemäß die Heizung. Bei den „örtlichen“ Brennern, in der obigen Tabelle, handelt es sich z. B. um die Beheizung von Trocknern oder Pulverlackeinbrennkammern. Interne Transportvorgänge können in einzelnen Fällen durchaus einen hohen Verbrauch von Diesel und Benzin verursachen.

In diesen hier untersuchten Unternehmen wurde auch eine Analyse des Energieeinsparpotenzials vorgenommen, dabei wurde ein Kosteneinsparpotenzial von 20 % festgestellt. Obwohl in den untersuchten Fällen der Stromverbrauch nur 46 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht, verursacht er 83 % der Energiekosten. Strom ist für industrielle Anwendungen in Etwa doppelt so teuer wie Öl oder Gas. Es lohnt sich also in jedem Fall Einsparpotenziale beim Einsatz elektrischer Energie zu untersuchen.

Welche organisatorischen und technischen Ansatzpunkte es in der Metallbearbeitung gibt, um die Energieeffizienz zu verbessern, können Sie im Bereich Metallbearbeitung > Energieeffizienz nachlesen.

Energieverbrauch im Handwerk

Der Energieverbrauch im Handwerk wird statistisch dem Bereich GDH (Gewerbe, Handel und Dienstleistungen) zugewiesen. Dieser Bereich verbraucht insgesamt 16 % der Energie in Deutschland. Statistische Angaben, die das Handwerk oder gar einzelne Gewerke speziell beschreiben, sind nicht verfügbar.

Das wirtschaftswissenschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) hat zur Energiesituation im Handwerk ausführliche Untersuchungen durchgeführt. Insgesamt ist der Energiekostenanteil an den Gesamtkosten im Handwerk mit ca. 3,5 % eher klein. Fast 2/3 des Energieverbrauchs entfallen auf Strom. Auch im Handwerk wird also ein hoher Teil des Energiebedarfs von Maschinen und anderen elektrischen Anwendungen hervorgerufen.

Das verarbeitende Gewerbe, die Dienstleistungen und das Bauhandwerk unterscheiden sich teilweise erheblich. Im Bauhandwerk beispielsweise fällt der relativ hohe Anteil der Kraftstoffkosten auf. Hier werden viele Güter, wie Baumaterialien transportiert. Kleinere Betriebe haben in der Regel höhere Energiekostenanteile als größere Unternehmen.

Ganz unterschiedlich sind die Energieintensitäten zwischen den einzelnen Gewerken verteilt. Der Energiekostenanteil liegt bei den Textilreinigern, den Keramikern und Galvaniseuren bei 10 und mehr Prozent, während die Kraftfahrzeug- und Landmaschinenmechaniker einen Anteil von nur ca. 2 % aufweisen.

Grafik: Steigerung des Energiekostenanteils in ausgewählten Gewerken von 1990 bis 2005 
Steigerung des Energiekostenanteils in ausgewählten Gewerken  
Quelle: Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh), 2007

Die Untersuchungen des ifh zeigen, dass die Aufwendungen für die Energieversorgung im Untersuchungszeitraum von 1990 bis 2005 in vielen Fällen sehr deutlich gestiegen sind. Dies ist einerseits durch die steigenden Energiepreise, andererseits auch durch die zunehmende Mechanisierung und Automatisierung des Produktionsprozesses und der Dienstleistung verursacht.

In den obigen Untersuchungen sind die erheblichen Steigerungen der Energiepreise bis einschließlich 2008 noch nicht berücksichtigt. Auch im Handwerk steigt damit die Kostenrelevanz des Energieverbrauchs.

Für das Handwerk ist daher die Energieeffizienzsteigerung ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. 

Glossar

Endenergie
Die beim Endverbraucher ankommende Energie bezeichnet man als Endenergie. Es ist derjenige Teil der Primärenergie, welcher dem Verbraucher, nach Abzug von Transport- und Umwandlungsverlusten, zur Verfügung steht, z.B. Heizöl im Öltank, Gas oder Strom aus dem Hausanschluss, o.ä.



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