Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Hinweise für das Metallhandwerk allgemein

Die meisten Anforderungen an den betrieblichen Umweltschutz betreffen größere Unternehmen und Handwerksbetriebe in gleicher Weise. Der Schutz unserer Umwelt vor schädlichen Einflüssen sollte neben einer effizienten Betriebsführung fest im Betrieb und bei den Mitarbeitern verankert sein. Hier neben dem Tagesgeschäft jeweils auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist gerade für kleinere Betriebe eine zusätzliche Belastung.

Mit schwerpunktmäßiger Ausrichtung auf das Metallhandwerk sollen Ihnen die nachfolgenden Seiten Hinweise und Tipps zu wichtigen Maßnahmen geben, sowie Informationen wie und wo Sie Unterstützung und weiterführende Informationen bekommen können.

Auch für das Handwerk gilt: Umweltschutz muss nicht nur mehr Aufwand bedeuten, vielmehr kann sich Umweltschutz durchaus lohnen, insbesondere im Hinblick auf den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien und Energie.

Im Metallhandwerk werden häufig Prozesshilfsstoffe eingesetzt, von denen Umweltrisiken ausgehen können, z. B. Öle, Kühlschmierstoffe (KSS), Reinigungsmittel usw.. Mit entsprechenden Vorkehrungen zum richtigen Umgang und der Nutzung umweltgerechter Entsorgungswege für die entstehenden Abfälle können

  • Risiken minimiert,
  • die Arbeitsplatzqualität verbessert und auch
  • die Kosten reduziert werden.

Die Struktur der folgenden Seiten orientiert sich an der Untergliederung des Metallhandwerks. In vielen Fachrichtungen werden die gleichen oder ähnliche Fertigungsprozesse eingesetzt. Um Dopplungen zu vermeiden, zeigt Ihnen die Tabelle, wo auf die jeweiligen Prozessschwerpunkte und Umweltthemen eingegangen wird.

Fachrichtung

Relevante Prozesse und Werkstoffe

Schwerpunkt Abfälle

Leichtmetallbau

Blechbearbeitung, Bohren, Fräsen, Beschichten

Al-Legierungen

NE-Metallabfälle

KSS-Emulsionen

Stahlbau und Schlossereien

Umformende Metallbearbeitung, Sägen, Schweißen, Schmieden

Eisen und Stähle

Fe-Metallabfälle

KSS-Emulsionen

Maschinenbau

Spanende Metallbearbeitung, Lackieren

Fe + NE-Metallwerkstoffe

Fe- und NE-Metallabfälle

Lackschlämme

KSS-Emulsionen

Werkzeugbau

Einzelfertigung, spanende Metallbearbeitung, Schleifen, Erodieren, Härten

Al-Legierungen

Späne, Schleif- und Erodierschlämme

KSS-Lösungen und KSS-Öle

Feinmechanik

Serienfertigung, spanende und umformende Metallbearbeitung, Oberflächentechnik

NE- und Fe-Späne

KSS-Öle

Reinigungsmittel

Aktuelle Umweltthemen, die für alle Betriebe des Metallhandwerks von Bedeutung sind

Abfallentsorgung, insbesondere gefährlicher Abfälle

In vielen Handwerksbetrieben fallen keine größeren Mengen an gefährlichen Abfällen an. Insbesondere, wenn in Ihrem Betrieb insgesamt weniger als 2.000 kg/Jahr an gefährlichen Abfällen anfallen, dann können Sie vereinfachte Entsorgungsmöglichkeiten nutzen:

  • Bei einem Gesamtanfall < 2.000 kg/a benötigen Sie keine Entsorgungsnachweise. Übernahmescheine sind jedoch aufzubewahren.
  • Sie können kleine Mengen unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften (z. B. gesicherte und geschlossene Behälter) meist selber zu einer geeigneten Entsorgungsanlage transportieren.
  • In vielen Regionen Baden-Württembergs gibt es Angebote zur Entsorgung von Kleinmengen gefährlicher Abfälle. Eine Übersicht der Angebote und Ansprechpartner haben wir auf der Seite Kleinmengenentsorgung für Sie zusammengestellt.

Mit den o.g. Möglichkeiten können Sie Ihre gefährlichen, und natürlich auch die nicht gefährlichen, Abfälle mit geringem Aufwand, kostengünstig und umweltgerecht entsorgen. Fallen bei Ihnen größere Mengen an? Dann finden Sie ausführliche Informationen in Rechtsgrundlagen der Abfallwirtschaft. Auch in der Broschüre Abfallentsorgung im Handwerk (siehe Literatur) ist die richtige Vorgehensweise für verschiedene Abfallarten und -mengen ausführlich beschrieben.

Energie- und Materialeffizienz

Energie- und Materialkosten haben bei Betrieben des Metallhandwerks an Bedeutung zugenommen. Bei produzierenden Betrieben liegen die Materialkosten in der Regel deutlich vor den Personalkosten (Quelle: Statistisches Bundesamt), die Energiekosten dagegen erst an dritter Stelle. Die jeweiligen Ansatzpunkte sind prozess- und betriebsspezifisch. Vorgehensweise und Ansatzpunkte

  • zur Steigerung der Materialeffizienz finden Sie auf den Seiten Materialeffizienz und
  • zum Thema Energie im Bereich Energie unter "Wichtig für alle Branchen".

Für beide Bereiche gibt es gerade für KMU interessante Fördermöglichkeiten. Den Weg zu einem geeigneten Förderprogramm finden Sie auf den Seiten Fördermöglichkeiten.

REACH betrifft auch Handwerksbetriebe

Mit der Einführung eines neuen Chemikalienrechts will die Europäische Union im gesamten Wirtschaftsraum ein einheitliches und vereinfachtes Regelwerk einführen. REACH steht für Registrierung, Evaluierung (Bewertung) und Autorisierung (Zulassung) von Chemikalien. Bis zum 01. Dezember 2008 mussten demnach alle in der EU hergestellten und importierten Stoffe zumindest erst einmal vorregistriert werden.

Betriebe des Metallhandwerks werden als Anwender von Chemikalien überwiegend so genannte „nachgeschaltete Anwender“ sein. Damit müssen Sie in der Regel keine Stoffe selber anmelden, aber Sie sollten sicherstellen, dass die Informationspflichten erfüllt sind und dass Ihnen mit der Einführung von REACH keine Nachteile entstehen. Für Metallhandwerksbetriebe sind insbesondere folgende Aspekte von Bedeutung:

  • Stellen Sie bei Ihren Lieferanten sicher, dass die wichtigen Chemikalien, die Sie in Ihrer Produktion einsetzen von Ihrem Lieferanten registriert werden und somit auch nach der Einführung von REACH für Sie noch verfügbar sind.
  • Beantworten Sie Anfragen Ihrer Kunden.
  • Prüfen Sie, ob Sie nicht doch Hersteller oder Importeur von Stoffen sind (z.B. ein spezielles Reinigungsmittel oder Öl).

Weitere Informationen zu REACH erhalten Sie auf den REACH-Seiten, über das Netzwerk an dem auch der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) beteiligt ist sowie über helpdesk, der offiziellen Informationsseite der Bundesbehörden.

Hier erhalten Sie fachkundige Beratung und Unterstützung zu Umweltfragen

Die für Sie zuständigen Umweltberatungsstellen:

  • die Adressen und Ansprechpartnern der Handwerkskammern
  • Verfügbare Informations- und Beratungsangebote im Bereich Technologie und Umwelt über den BWHT. Erste Ansprechpartnerin ist Frau Kathleen Spilok. Hier finden Sie auch Hinweise und Informationen zu aktuellen Förderprogrammen im Umweltbereich.
  • Infos und Broschüren (meist kostenlos) der Umwelt-Beratung für Handwerksbetriebe auf der Internet-Seite der Handwerkskammer Karlsruhe 
  • Kontaktadressen zu regionalen Beratungseinrichtungen in Baden-Württemberg zur Abfallentsorgung und anderen Umweltthemen finden Sie hier als pdf-Dokument (124 kB).

Glossar

Entsorgungnachweis
Auf der Grundlage der Nachweisverordnung sind durch Erzeuger oder Besitzer, Einsammler, Beförderer und Abfallentsorger verpflichtet, Nachweise über die Entsorgung zu führen.

Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
Abfälle werden in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle eingeteilt. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt kleiner 55 °C oder Konzentration sehr giftiger Stoffe größer/gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen. Detaillierte Informationen über Sonderabfälle, gefährliche Abfälle und besonders überwachungsbedürftige Abfälle liefert beispielsweise das Umweltbundesamt.

KMU
Als KMU gelten gemäß der EU-Definition kleine und mittlere Unternehmen mit max. 250 Mitarbeiter und max. 50 Mio. €  Jahresumsatz oder max. 43 Mio. € Jahresbilanz (auch: Anteil eines Nicht-KMU am Unternehmen max. 25 %).




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