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Stahlabfälle kommen teuer- Die WEFA Singen GmbH
Die Matrizen werden aus unterschiedlichen Stahlsorten, die als Rundmaterial angeliefert werden, hergestellt. Die wesentlichen Herstellungsschritte sind Sägen, Drehen, Fräsen, Härten, Schleifen und Erodieren. Insbesondere bei der spanenden Bearbeitung entstehen erhebliche Materialverluste in Form von Metallspänen und Schleifschlämmen. Zielsetzung
Da insgesamt über 50 % der teilweise sehr teuren Stähle zerspant werden, wurden in diesem Materialeffizienzprojekt die einzelnen Prozessschritte auf Einsparmöglichkeiten untersucht. Es wurde allerdings zunächst nicht erwartet, ein nennenswertes Potenzial zu finden, da die zerspante Menge weitgehend durch die Konstruktion der Matrizen vorgegeben war. Vorgehensweise Zunächst wurden die einzelnen Herstellungsschritte hinsichtlich des Material-Inputs und -Outputs bilanziert. Danach wurden die Kosten für den Materialaufwand zugeordnet. Aus diesen Informationen wurden so genannte Sankeydiagramme erstellt, mit denen die Stoff- und 'Geld'flüsse im Unternehmen dargestellt werden können. Trotz Verwertung hoher finanzieller Wertverlust Das Sankeydiagramm für den Massenfluss zeigte, dass über 50 % des eingekauften Stahls zerspant wurde und die Späne zu fast 100 % verwertet wurden. Die Darstellung des Kostenflusses im unteren Bild zeigte darüber hinaus deutlich, dass trotz der Verwertung praktisch der Wert des Stahls mit der Zerspanung fast vollständig verloren geht. Obwohl materiell fast das gesamte Material zurückgewonnen wurde, verschwindet der Wert der Materialien nahezu vollständig. Nicht zuletzt auf Grund der hohen Wertminderung wurden die einzelnen Ursachen der hohen Zerspanungsverluste detailliert untersucht. Der überwiegende Teil (ca. 70 – 80 %) ist, wie erwartet, durch die Konstruktion der Matrizen bedingt und kann, zumindest kurzfristig, nicht beeinflusst werden. Die verbleibenden 20 – 30 % an Verlusten sind logistischer und technischer Natur und damit beeinflussbar. Eine wesentliche Ursache für diese Materialverluste sind Zerspanungsverluste beim Abdrehen und Zuschnitt der Rohlinge.
Beim Zusägen und Abstechen entstehen ebenfalls große Verluste. Die Rohlinge werden im ersten Fertigungsschritt mit einer Bandsäge vom Rundmaterial abgesägt. Dabei wird aus Sicherheitsgründen ein recht hohes Aufmaß zugegeben. Kleinere Matrizendurchmesser werden auf einem Stangendrehautomaten mit einem relativ breiten Stahl abgestochen. Sowohl durch die Breite des Stahls, als auch durch das hohe Aufmaß entstehen bei Zuschnitt der Rohlinge große Verluste. Darüber hinaus wurden im Projekt noch weitere Ansatzpunkte zur Verminderung von Stoffverlusten gefunden. Wesentliche Ergebnisse Es wurden als wesentliche Einsparungen unter anderem ermittelt:
Mit diesen Ansätzen konnten Materialeinsparungen von ca. 10 % bezogen auf den gesamten Stahlverbrauch des Unternehmens aufgezeigt werden. Da die Materialkosten bei dieser Art von Produkten einen hohen Anteil der gesamten Herstellungskosten ausmachen, ist mit den Materialeinsparungen auch auf Gesamtunternehmensebene ein hoher Kosteneinsparungseffekt verbunden.
Die aufgezeigten Maßnahmen sind weitgehend einfacher Natur und erfordern nur einen geringen investiven Aufwand, so dass die Refinanzierung des Invests sehr günstig, meist deutlich unter zwei Jahren, ist. Ein weiteres hohes Einsparpotenzial würde sich mit einer Optimierung der Konstruktion ergeben. Insbesondere, wenn Matrizen aus mehreren Teilen gefertigt würden. Hierzu bedarf es aber weiterer detaillierter Untersuchungen, die im Rahmen dieses Projektes nicht mehr angegangen wurden. Dieses Projekt wurde von der demea gefördert. GlossarSankeyMit Sankey-Diagrammen lassen sich Stoff- und Energieströme visualisieren. Die Dicke der Verbindungslinien zwischen zwei Prozessen repräsentiert die Mengen oder den Energiefluss. Analog lassen sich Sankey-Diagramme auch auf "Geldströme" anwenden.
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