Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Umweltrelevante Grundlagen

Bäckereien und Konditoreien werden auf den ersten Blick als nicht besonders umweltbelastend erachtet. Bei genauem Hinsehen kann aber auch das Bäcker- und Konditorhandwerk einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt und damit gleichzeitig auch zur Kostenreduzierung im Betrieb leisten.

Bild: Brotauswurf eines Etagenofens
Eine gute Auslastung der Backfläche hilft beim Energiesparen
Quelle: ecologic GmbH, München

Die meisten Bäcker und Konditoren können vor allem über die Vermeidung von Abfall und Emissionen viel bewirken. Abfall belastet zum einen die Umwelt, zum anderen verursacht seine Entsorgung Kosten. Bei Emissionen ist besonders auf den Ausstoß von klimawirksamen Gasen zu achten. Bäckereien sind sehr energieintensive Betriebe: Backöfen, Kälteanlagen und zahlreiche elektrische Geräte müssen mit Energie versorgt werden. Aber auch Gerüche und Lärm sind zu berücksichtigen.

Die Steigerung der Energieeffizienz, z. B. durch Nutzung der Abwärme von Kühlanlagen zur Warmwasserbereitung, ist nur ein Beispiel dafür, wie Umweltschutz – hier die Schonung der natürlichen Ressource Öl oder Gas – mit der Reduzierung von Emissionen (Abgase) und der Einsparung von Kosten verknüpft ist.

Die Erfahrungen aus vielen Betrieben haben gezeigt, dass eine Modell-Bäckerei und Konditorei, die ca. 120 t Mehl pro Jahr verarbeitet, in einem Jahr Kosten im Wert eines Kleinwagens einsparen kann, wenn Umweltschutzmaßnahmen konsequent umgesetzt werden:

Unter Berücksichtigung der realen Abschreibung von 5 bis 20 Jahren können z.B. durch die Optimierung der Wärme- und Warmwasser­bereitstellung und Verfahrensänderungen beim Backen über 8.000 € im Jahr eingespart werden. Nur durch die Reduzierung des Restmülls können die Kosten für die Abfallentsorgung um 1.500 € gesenkt werden. Bei der Auslieferung der Backwaren werden durch Schulung der Fahrer und Überwachung des Kraftstoffverbrauchs 3.300 € eingespart. Selbst durch kleinere Maßnahmen wie die Umstellung der Wasserhähne auf Druckautomaten kann der Wasserverbrauch soweit gesenkt werden, dass gegenüber dem Vorjahr 250 € weniger Wasser- und Abwassergebühren gezahlt werden müssen.

Unser Modellbäcker und -konditor könnte die Kosten im ersten Jahr nach Umsetzung der Maßnahmen um mehr als 13.000 € reduzieren.

Somit können Sie mit einem verantwortungsvollen betrieblichen Umweltschutz nicht nur einen wertvollen Beitrag leisten, unsere Umwelt auch für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten, sondern auch direkt durch Kosteneinsparungen davon profitieren. Dabei ist immer zu beachten, dass produktionsintegrierter Umweltschutz hilft, Kosten zu senken – nachgeschalter oder auch additiver Umweltschutz wie z.B. die nachträgliche Trennung von Abfällen zur umweltgerechten Entsorgung – aber zusätzliche Kosten verursachen kann.

Mit der Verbesserung des Umweltschutzes leisten Sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung Ihres Betriebes. Ein Betrieb, der zum Beispiel die Kompressoren seiner Kälteanlagen lärmmindernd kapselt, wird mit den Nachbarn kaum Probleme wegen der Lärmbelastung haben.

Die vorliegende Informationsplattform soll - neben konkreten Vorschlägen für einen besseren Umweltschutz in Ihrem Unternehmen - auch zu einer Verbesserung des wirtschaftlichen Erfolgs Ihres Betriebes führen und Ihnen wertvolle Argumente für die Kommunikation mit umweltbewussten Kunden liefern.

Glossar

Additiver Umweltschutz
Unter additivem Umweltschutz werden Maßnahmen verstanden, die negative Umweltauswirkungen durch nachgeschaltete Maßnahmen vermeiden. Dies sind z. B.
- Abwasserreinigungsanlagen
- Emissionsminderungsmaßnahmen (Filter, thermische Nachverbrennung)
Additive Maßnahmen verursachen in der Regel zusätzliche Kosten und können zu einer Verlagerung von Umweltbelastungen in andere Medien führen.


Produktionsintegrierter Umweltschutz
Unter produktionsintegriertem Umweltschutz werden Maßnahmen verstanden, die negative Umweltauswirkungen direkt an der Quelle verhindern. Dies sind z. B.
- Substitution gefährlicher Stoffe durch ungefährliche
- Verminderung oder Vermeidung von gefährlichen Einsatzstoffen
- Reduktion des Material- und Energieverbrauchs durch effizientere Produktionsverfahren oder durch organisatorische Maßnahmen




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Kommentare
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Informationszentrum für betrieblichen Umweltschutz (IBU)

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