Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Lärm in metallverarbeitenden Betrieben

Lärm am Arbeitsplatz ist eine oft unterschätzte Gefährdung. Gesundheitsschäden durch Lärm sind vielfältig. Sie reichen von Schwerhörigkeit bis hin zu Störungen des Herz- Kreislaufsystems. Unterschätzt wird die Gefahr vor allem deshalb weil die Schädigungen meist erst nach Jahren auftreten, also ein unmittelbarer Zusammenhang von Ursache und Wirkung nicht gegeben ist. Gesundheitsstörungen können bereits ab einem Dauerlärmpegel von 75 dB(A) auftreten. Ab 85 dB(A) besteht die Gefahr dauerhafter Gehörschäden. 

Der Gesetzgeber hat umfangreiche Bestimmungen zum Lärmschutz erlassen. Sie beziehen sich

Gute und anschauliche Hinweise zur Vorgehensweise und zu Lärmreduzierungsmaßnahmen erhalten Sie auch in der Berufsgenossenschaftlichen Information BGI 688 "Lärm am Arbeitsplatz in der Metallindustrie".

Des Weiteren sind die Technische Regeln zur Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung (TRLV ) zu beachten, die den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen beschreiben. Die TRLV Lärm sind mit ihren Teilen 1, 2 und 3 anzuwenden, wenn Gefährdungen der Beschäftigten durch Lärm bestehen. Durch die verschiedenen Teile der TRLV werden folgende Themen behandelt:

Ihr erster Ansprechpartner für Fragen zum Thema "Lärm am Arbeitsplatz" ist die Berufsgenossenschaft (BG). Jeder Betrieb ist Mitglied einer BG (für metallverarbeitende Betriebe in Baden-Württemberg in der Regel die Berufsgenossenschaft Metall Nord-Süd (BGMET) und bezahlt Mitgliedsbeiträge. Nutzen Sie daher die umfangreichen Informationsschriften und die Erfahrung der BG möglichst bereits bei der Planung und beim Kauf neuer Anlagen und Geräte.

Als Grundsatz bei der Festlegung von Maßhahmen gilt, dass vorrangig eine Verringerung der Lärmbelastung an der Lärmquelle durch schalldämmende Maßnahmen erfolgen soll, z. B. durch Kapselung lauter Maschinen, durch Anschaffung leiserer Maschinen oder auch durch räumliche Abtrennung lauter Bereiche von anderen Arbeitsbereichen.

Grafik: Lärmbelastung von Arbeitnehmern in verschiedenen Branchen

Quelle: Berufsgenossenschaft Metall Nord-Süd

Wie aus der obigen Grafik ersichtlich, sind die Gehörschäden durch Lärmbelastung in der Metallindustrie (inkl. Metallerzeugung) sehr hoch. Wesentliche Lärmquellen sind Maschinen, Fahrzeuge und Druckluftgeräusche. Im Außenbereich und auf Baustellen sind dies häufig tragbare bzw. mobile Maschinen und Werkzeuge, die im Gegensatz zu stationären Anlagen meist eine geringere Schalldämmung aufweisen. Neben der Dauerbelastung durch Schall sind kurzfristige Schallimpulse verantwortlich für Gesundheitsschäden. Hier sind vor allem die folgenden Maschinen und Geräte verantwortlich:

Tabelle: Beispielhafte Prozesse mit hohem Lärmpotenzial

Bereich Maschinen mit hohen Lärmimpulsen Lärmintensive Prozesse

Anlagenbau

Schlagschrauber, Meißel-, Niet- und Richthämmer, Schlagscheren

Schweißen, Flexen

Spanende Metallbearbeitung

Stanz- und Nibbelmaschinen

Schleif- und Gleitschleifanlagen, Fräsen, Beschickungs- und Teileentnahmeprozesse

Umformende Metallbearbeitung

Schmiedehämmer


Gießereien

Rüttelformmaschinen, Kernschießmaschinen

Rohstoffhandling, Ofenbeschickung, Entformen, Flexen

Quelle: ABAG-itm, Pforzheim

Häufig sind auch Transportvorgänge mit Aufprall- oder Anschlaggeräuschen sowie die Bearbeitung und das Handling von Blechprodukten mit einem hohen Lärmniveau verbunden .

Glossar

ArbStättV
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV).
Den Verordnungstext finden Sie hier


Berufsgenossenschaft
Die deutschen Berufsgenossenschaften sind die für die gesetzliche Unfallversicherung zuständigen Sozialversicherungsträger. Sie versichern Berufstätige gegen die Risiken Arbeitsunfall und Berufskrankheit. Man unterscheidet zwischen den so genannten gewerblichen Berufsgenossenschaften und den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

BG - Datenbank
Hier können alle berufsgenossenschaftlichen Vorschriften aus einer Datenbank abgerufen werden. Geben Sie in die Suchfelder die Art der Vorschrift (z. B. BGR, BGI) und die Nummer ein. Alternativ kann über Stichworte die gesamte Datenbank nach einschlägigen Veröffentlichungen durchsucht werden.
Hier kommen Sie zur Datenbank.


Dezibel dB(A)
Bewertung der Lautstärke mit Hilfe des "A-bewerteten Schallpegels" in der Einheit Dezibel (dB). Der A-Schallpegel  ist der mit der Bewertungskurve A nach DIN 45633, Blatt 1, bewertete Schallpegel. Eine Pegelerhöhung um 3 dB(A) bedeutet die Verdoppelung der Schallleistung, wird aber vom menschlichen Ohr nur graduell wahrgenommen. Eine Erhöhung um 10 dB empfindet der Mensch als eine Verdoppelung der Lautstärke.

Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (ärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung - LärmVibrationsArbSchV).
Den Verordnungstext finden Sie hier.


TRLV Lärm - Teil 1
Beurteilung der Gefährdung durch Lärm
Die Technischen Regeln finden Sie hier.


TRLV Lärm - Teil 2
Messung von Lärm
 Die Technischen Regeln finden Sie hier.


TRLV Lärm - Teil 3
Lärmschutzmaßnahmen
 Die Technischen Regeln finden Sie hier.


TRLV Lärm - Teil: Allgemeines
TRLV Lärm - Teil: Allgemeines
 Die Technischen Regeln finden Sie hier.




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