Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Fördermöglichkeiten

Bei den verschiedenen Förderprogrammen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene fällt es nicht leicht, den Überblick zu bewahren. Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft enthält stets aktuelle Informationen. Auch die Internetbroschüre des Bundesumweltministeriums beschreibt über 150 Förderprogramme.

Im Bereich Wichtig für alle Branchen > Fördermöglichkeiten werden allgemeine Informationen zum Thema Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner und Programme gegeben. Die KfW ist die zentrale Anlaufstelle in Deutschland, ihre Internetseite informiert über die aktuellen Förderprogramme und beinhaltet einen Tilgungsrechner.

Die Programmkonditionen unterscheiden sich im Hinblick auf

  • Laufzeit
  • Anzahl der tilgungsfreien Jahre
  • Zinsbindungsfristen
  • Zinshöhe

Alle Programme werden nicht direkt, sondern über die Hausbanken abgewickelt. Die genaue Zinshöhe ist abhängig von der Zahlungsfähigkeit (Bonität) des Kunden und wird von den Banken anhand des Förderantrages beurteilt.

Darlehensförderung für Investitionen im gewerblichen Bereich

KfW-Energieeffizienzprogramm

Mit diesem Programm finanziert die KfW alle Investitionen, die wesentliche Energieeinspareffekte erzielen. Beispiele für geförderte Maßnahmen:

  • Anlagentechnik inklusive Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Lüftung, Warmwasser
  • effiziente Energieerzeugung, Kraft-Wärme-Kopplung
  • Gebäudehüllen
  • Maschinenparks inklusive Querschnittstechnologien, wie elektrische Antriebe, Druckluft, Vakuum, Pumpen
  • Prozesskälte und Prozesswärme
  • Wärmerückgewinnung und Abwärmenutzung
  • Mess-, Regel- und Steuerungstechnik
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Sanierung und Neubau von Gebäuden
  • Zugehörige Kosten für Planungs- und Umsetzungsbegleitung


Sofern es sich dabei um eine Ersatzinvestitionen handelt, muss die Investition zu einer Endenergieeinsparung von mindestens 20 %, gemessen an Ihrem Durchschnittsverbrauch der letzten 3 Jahre, führen. Bei Neuinvestitionen muss eine Endenergieeinsparung von mindestens 15 % gegenüber dem Branchendurchschnitt nachgewiesen werden.

Der Kreditantrag läuft über die örtliche Hausbank. Die erforderliche Mindestenergieeinsparung muss durch einen durch die KfW zugelassenen Energieberater begutachtet werden. Nähere Informationen zu diesem KfW-Programm können hier heruntergeladen werden (pdf, 165 kB).

KfW-Umweltprogramm

Bei dieser Darlehensförderung geht es recht allgemein um Investitionen, welche dazu beitragen, die Umweltsituation im gewerblichen Bereich wesentlich zu verbessern.

  •  Material- und Ressourceneinsparung
  •  Verminderung oder Vermeidung von Luftverschmutzungen einschließlich Geruchsemissionen, Lärm und Erschütterungen, wie zum Beispiel zur •Anschaffung von biogas- oder erdgasbetriebenen Fahrzeugen, die mindestens den Abgasstandard Euro 6 bzw. bei schweren Nutzfahrzeugen EEV erfüllen; EEV steht für Enhanced Environmentally Friendly Vehicle
  •  Errichtung von Betankungsanlagen für diese Kraftstoffe
  •  Anschaffung emissions- und lärmarmer leichter Nutzfahrzeuge, die mindestens den Abgasstandard Euro 6 erfüllen
  •  schwere LKW ab 12 Tonnen Gesamtgewicht, die mindestens den Abgasstandard Euro 6 erfüllen
  •  Anschaffung emmissionsarmer Busse, die mindestens den Abgasstandard EEV erfüllen
  • Abfallvermeidung, -behandlung und -verwertung

Hier müssen keine quantitativen Einsparungen nachgewiesen werden, wenn der INvestitionszweck die oben genannten Umweltauswirkungen nachvollziehbar verbessert. Weitere Informationen zu diesem Programm können hier heruntergeladen werden (pdf, 177 kB).

Zuschussförderung

Die Bundesregierung will den Einsatz effizienter Technologie in die betriebliche Infrastruktur nachhaltig fördern. Dafür wurde nun das Programm "Querschnittstechnologien" auf den Weg gebracht. Dabei  geht es um folgende betrieblichen Bereiche:

  • Elektrische Motoren und Antriebe
  • Pumpen
  • Raumlufttechnische Anlagen
  • Druckluftsysteme
  • Anlagen zur Wärmerückgewinnung zur Abwärmenutzung

Einzelmaßnahmen

Bei der Förderung von Einzelmaßnahmen in den oben genannten Bereichen geht es um Ersatzinvestitionen mit einer Investitionssumme von wenigstens 5.000 Euro. Eine Förderung von Neuinvestitionen ist ausgeschlossen. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Investitionssumme. Nebenkosten für Planung und Installation können bis zu einem Anteil von maximal 30 Prozent der Investitionskosten mit in Ansatz gebracht werden. Die Förderung ist nach oben gedeckelt mit einer maximalen bezuschussungsfähigen Investitionssumme von 30.000 Euro.

Die Beantragung der Förderung erfolgt über die BAFA (Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Die BAFA hat in ihrem Merkblatt technische Effizienzkriterien beschrieben, welche von den zu fördernden Ersatzinvestitionen erfüllt werden müssen, das hier heruntergeladen werden kann (pdf, 211kB).  Die wesentlichen Punkte ergeben sich daraus wie folgt:

Elektrische Motoren und Antriebe

  • Die Motoren müssen die Effizienzklasse IE3 ausweisen.
  • Eine Drehzahlregelung muss entsprechend dem aktuellen Bedarf gesteuert werden.


Pumpen

  • Die Motoren Umwälzpumpen zur Steuerung der Heizkreisläufe müssen einer Energieeffizienzklasse von IE3 entsprechen. Die Drehzahlsteuerung der Pumpe für den Dauerbetrieb in dem jeweiligen Frequenzbereich ausgelegt sein.


Raumlufttechnische Anlagen

  • Lastabhängige Drehzahlsteuerungen von Ventilatoren werden gefördert, wenn der Ventilator die Mindesteffizienzwerte der zweiten Stufe der EG-Verordnung Nr. 327/2011 erfüllt.


Druckluftsysteme

  • Es können drehzahlgeregelte Schraubenkompressoren gefördert werden ebenso wie Übergeordnete Steuerungen zur Optimierung des Einsatzes von mehreren kleineren Kompressoren. Die einzelnen Kompressoren müssen eine Mindesteffizienz von 5,1 kW pro m³/min (bei 8 bar Nenndruck) nachweisen.


Wärmerückgewinnung

  • Die Förderung kann sich entweder auf Wärmetauscher im Oberflächenbereich (Wärmerad, Kreuzstrom-Wärmetauscher) beziehen oder Wärmetauscher zur Gewinnung von Warmwasser. Die Wärmetauscher im Oberflächenbereich müssen mindestens die Anforderungen der Klasse H1 nach EN 13053 erfüllen. Bei dem Einsatz von Wärmetauscher in Druckluftsystemen zur Warmwassergewinnung muss die thermische Leistung des Wärmetauschers mindestens 75 % der elektrischen Leistung des Kompressors entsprechen.

Den Nachweis der entsprechenden Kriterien kann durch Produktdatenblätter bzw. Gutachten der Hersteller erbracht werden. 

Systemische Optimierung

Bei der systemischen Optimierung wird auf der Grundlage eines unternehmensindividuellen Konzepts der Einsatz und die Erneuerung von mindestens zwei Querschnittstechnologien gefördert. Damit soll das Zusammenspiel der verschiedenen energetisch relevanten Bereiche verbessert werden. Alle Anlagenteile, die dazu beitragen, die Energieeffizienz zu verbessern müssen einbezogen werden. Ergänzend zu den oben genannten Einzelmaßnahmen können hier auch Beleuchtungssysteme in die Förderung mit eingebunden werden, wenn sie bestimmte Effizienzkriterien erfüllen. Darüber hinaus ist auch die Dämmung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen im Rahmen des Gesamtkonzeptes förderfähig. Ein solches Konzept muss von einem zugelassenen KfW-Energieberater erstellt werden. Die Gesamtmaßnahme ist nur förderfähig, wenn eine Endenergieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Ausgangszustand erzielt und nachgewiesen wird und das Gesamtinvestitionsvolumen wenigstens 30.000 Euro beträgt. Die Förderung erfolgt als Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Investitionskosten, wenn eine Einsparung von wenigstens 35 Prozent erreicht wird bzw. 20 Prozent, wenn das Einsparvolumen nur zwischen 25 und 35 Prozent liegt. Das Merkblatt zu diesem Förderbereich kann hier herunterlgeladen werden (pdf, 187 kB).

Der Nachweis kann rechnerisch bzw. messtechnisch erfolgen durch einen bei der KfW zugelassenen Energieberater.


 Darlehensförderung im privaten Bereich

Darlehensförderungen im privaten Bereich unterstützen indirekt auch das Schreinerhandwerk. Jedem Angebot für neue Fenster oder Dachausbauten sollte immer auch die Information über günstige Kreditfinanzierungsmöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beigefügt werden.

Wohnraum Modernisieren

Aus diesem Programm vergibt die KfW Förderbank Darlehen zur Finanzierung von klimaschutzrelevanten Maßnahmen (ÖKO-PLUS) und allgemeinen Modernisierungsmaßnahmen (STANDARD) in allen bestehenden Wohngebäuden. Finanziert werden bis zu 100 % der förderfähigen Kosten. Der Zinssatz richtet sich nach dem Anteil für STANDARD- bzw. ÖKO-PLUS-Maßnahmen romsan dem Kredit aus diesem Programm. Je höher der Kreditanteil für ÖKO-PLUS-Maßnahmen, desto günstiger der Zins.

Für umfassende Klimaschutzmaßnahmen ("Maßnahmenpakete") an Gebäuden, die vor 1979 errichtet wurden, steht das aus Bundesmitteln verbilligte KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm zur Verfügung. Es betrifft Investitionen, die neben den Fenstern auch die Fassade oder das Dach wie auch die Lüftung als Gesamtpaket mit einbeziehen.

Zu den STANDARD-Maßnahmen gehören u.a. Fenstererneuerung, Sanitärinstallation, Fußböden und Heizungen. ÖKO-PLUS-Maßnahmen sind die Dämmung der Außenwände, des Daches und der Kellerdecke sowie die Erneuerung der Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. Die Variante MIX gilt für Investitionen, deren Kreditanteil von ÖKO-PLUS-Maßnahmen zwischen 1/3 und 2/3 beträgt. Der maximale Kreditbetrag ist 100 000 Euro je Wohneinheit.

Ökologisch Bauen

In diesem Programm werden energetisch hochwertige Neubauten gefördert. Hierunter fallen vor allem Passivhäuser und alle damit verbundenen Investitionen.


Stromsteuer

Im Rahmen des Gesetzes zum Einstieg in die ökologische Steuerreform wurde die Stromsteuer eingeführt. Um das produzierende Gewerbe nicht zu stark zu belasten, würde für den Stromverbrauch von mehr als 50.000 kWh (gerundet) eine reduzierte Stromsteuer festgelegt.

Stromsteuer bei einem Verbrauch bis zu 50.000 kWh (gerundet)
2,05 ct/kWh
Stromsteuer bei einem Verbrauch von mehr als 50.000 kWh (gerundet) 
1,537 ct/kWh

So kann der Betrieb für den Stromverbrauch von mehr als ca. 50.000 kWh für jede Kilowattstunde 0,513 ct sparen. Beispielhaft ergibt sich folgende Einsparung bei einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh:

Über den Versorger abgeführte Stromsteuer (15,37 €/MWh)
 1.537,00 €
Nachzahlung für die ersten 50.000 kWh (5,13 €/MWh)
256,50 €
Gesamtsumme der zu zahlenden Stromsteuer pro Jahr
1.793,50 €

Ohne die reduzierte Stromsteuer hätte der Betrieb für den Jahresverbrauch von 100.000 kWh 2.050 € für die gesamte Stromsteuer bezahlen müssen. Er spart somit 256,50 Euro.

Um in den Genuss der reduzierten Stromsteuer zu kommen, muss der  Betrieb einen sogenannten Erlaubnisschein bei dem zuständigen Hauptzollamt beantragen. Eine Übersicht aller Hauptzollämter in Deutschland findet sich hier. Auf den Internetseiten des jeweiligen Amtes kann man sich den entsprechenden Antrag herunterladen.

Wenn man den Erlaubnisschein vom Hauptzollamt erhalten hat, muss man dies seinem Entsorger mitteilen, damit er zukünftig nur noch die reduzierte Stromsteuer in seiner Rechnung ausweist. Die 256,50 Euro Nachzahlung für die ersten 50.000 Kilowattstunden müssen als eine Art Jahresgebühr an das Hauptzollamt bezahlt werden.

Spitzenausgleich

Eine weitere steuerliche Entlastung, der sogenannte Spitzenausgleich, kann auf Grundlage des § 10 StromStG und des § 55 EnergieStG von Unternehmen des produzierenden Gewerbes beantragt werden. Für die mögliche Begünstigung maßgeblich sind u.a. die vom Arbeitgeber geleisteten Rentenversicherungsbeiträge, die in die Berechnung der Steuerreduzierung eingehen. Die Steuerentlastung ist mittels eines Formulars bei dem zuständigen Hauptzollamt zu beantragen. Das für das Jahr 2013 zu verwendende Formular finden Sie hier.

Eine Entlastung wird für das Kalenderjahr 2013 aber nur gewährt, wenn das antragstellende Unternehmen nachweist, dass es mit der Einführung eines Energiemanagementsystems, das den Anforderungen der DIN EN ISO 50001 entspricht, begonnen hat. Ein Umweltmanagementsystems im Sinne der EMAS-Verordnung ist gleichwertig. Ab dem Antragsjahr 2015 müssen die Systeme voll implementiert sein. Kleine und mittlere Unternehmen (das sind Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € bzw. einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. €) können alternative Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz einführen, wenn diese den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entsprechen.

Die Einzelheiten zur Nachweisführung über den Beginn der Einführung von Energiemanagement-, Umweltmanagement- oder alternativen Systemen werden in einer erst noch zu erlassenden Verordnung geregelt.

Glossar

Energiesteuergesetz
Energiesteuergesetz (EnergieStG).
Den Gesetzestext finden Sie hier.


Stromsteuergesetz
Stromsteuergesetz (StromStG).
Den Gesetzestext finden Sie hier.




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