Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Ziele und Aufgaben von Umweltmanagementsystemen

Grafik: EMAS-Logo
EMAS Loge 
 Quelle: EMAS-VO
Umweltorientiertes unternehmerisches Handeln ist nicht nur bei Großunternehmen, sondern gerade für kleine und mittlere Unternehmen wichtig. Vorausschauender Umweltschutz dient der Langzeitsicherung des Unternehmens und dem Erhalt des Standortes.

Umweltorientierte Unternehmensführung ist innovativ, denkt in die Zukunft und stellt alte Lösungen in Frage. In der Erkenntnis, dass auch die Umwelt als ein begrenzter Produktionsfaktor - gleichbedeutend neben den Faktoren Arbeit und Kapital - nicht frei verfügbar ist, ist ein umweltbewusst geführtes Unternehmen bereit, neue zukunftssichere Wege zu gehen.

Systematisches Umweltmanagement ermöglicht, die Umweltprobleme vorsorgend anzugehen und mittels planerischer Tätigkeiten teure additive Technologien durch produktionsintegrierte Lösungen zu ersetzen. Hierzu zählen vor allem Kreislaufführungen, Materialsubstitutionen      und Prozessablaufänderungen.

Umweltmanagement ist in den letzten Jahren ein sehr wichtiges Thema für Unternehmen geworden. Die EMAS-Verordnung und die ISO 14001 ermöglichen es Unternehmen, ihr Umweltmanagementsystem nach einheitlichen und überprüfbaren Vorgaben aufzubauen und validieren zu lassen. Ziel der Verordnung und der Norm ist es, den betrieblichen Umweltschutz auf hohem Stand zu halten und kontinuierlich zu verbessern.

ISO 14000 Symbol 
Quelle: ISO 14000

Die EMAS-Verordnung wurde im November 2009 mit Wirkung zum Januar 2010 umfangreich geändert. Einen Überblick über die Änderungen finden Sie auf der Seite  Rechtsgrundlagen > Umweltmanagement > Von EMAS II zu EMAS III.

Ein Kernstück der Managementsysteme ist die Festlegung der innerbetrieblichen Abläufe, der Zuständigkeiten und Verantwortlichen zur regelmäßigen Kontrolle und Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation.

Bis Ende 2010 waren bundesweit ca. 1400 Organisationen mit 1900 Standorten (in Baden-Württemberg 390 Organisationen mit 470 Standorten) nach EMAS zertifiziert, nach ISO 14001 waren es 2008 bundesweit über 5700 Unternehmen. Ein Grund für die deutlich stärkere Akzeptanz der ISO 14001 liegt sicher darin, dass dies eine international anerkannte Norm ist. Für global agierende Unternehmen und deren Zulieferer ist dies von großem Vorteil. Die EMAS-Verordnung der EU kann seit der Neufassung im November 2009 auch in Drittstaaten angewendet werden. Teilnehmende Organisationen aus Drittstaaten müssen sich auch an die Umweltvorschriften halten, die für ähnliche Organisationen in den Mitgliedstaaten gelten, in denen sie einen Antrag auf EMAS-Teilnahme stellen wollen.

Eine interessante Methode zur Einführung von Umweltmanagementsystemen bei kleinen Unternehmen ist EMASeasy. EMASeasy führt zu einer Zertifizierung nach ISO 14001 oder einer Validierung nach EMAS. Die Einführung von EMAS in KMU wird in Baden-Württemberg durch das UM gefördert.

Glossar

Additiver Umweltschutz
Unter additivem Umweltschutz werden Maßnahmen verstanden, die negative Umweltauswirkungen durch nachgeschaltete Maßnahmen vermeiden. Dies sind z. B.
- Abwasserreinigungsanlagen
- Emissionsminderungsmaßnahmen (Filter, thermische Nachverbrennung)
Additive Maßnahmen verursachen in der Regel zusätzliche Kosten und können zu einer Verlagerung von Umweltbelastungen in andere Medien führen.


EMAS
Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS). EMAS bedeutet Eco-Management und Audit Scheme. Im deutschen Sprachgebrauch wird anstelle von EMAS oft der Begriff Öko- oder Umwelt-Audit benutzt. Die Begriffe sind gleichbedeutend. Die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (EMAS III) ersetzte die außer Kraft getretene Verordnung (EG) Nr.761/2001 (EMAS II-Verordnung). 
Den Verordnungstext finden Sie hier


ISO 14001 ff
Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und ist Teil einer Normenfamilie. Diese Normenfamilie enthält weitere Normen zu verschiedenen Bereichen des Umweltmanagements, unter anderem zu Ökobilanzen, zu Umweltkennzahlen bzw. zur Umweltleistungsbewertung. Sie kann sowohl auf produzierende als auch auf dienstleistende Unternehmen angewendet werden. An der Bezeichnung EN der jeweiligen Fassung der ISO 14001 erkennt man, dass die von der ISO herausgegebene Norm vom Europäischen Komitee für Normung als europäische Norm (EN) übernommen worden ist. In Deutschland ist dies die DIN EN ISO 14001:2009-11. Alle Normen können über den Beuth-Verlag Berlin bestellt werden. Die Homepage des Verlags finden Sie hier.

KMU
Als KMU gelten gemäß der EU-Definition kleine und mittlere Unternehmen mit max. 250 Mitarbeiter und max. 50 Mio. €  Jahresumsatz oder max. 43 Mio. € Jahresbilanz (auch: Anteil eines Nicht-KMU am Unternehmen max. 25 %).


Produktionsintegrierter Umweltschutz
Unter produktionsintegriertem Umweltschutz werden Maßnahmen verstanden, die negative Umweltauswirkungen direkt an der Quelle verhindern. Dies sind z. B.
- Substitution gefährlicher Stoffe durch ungefährliche
- Verminderung oder Vermeidung von gefährlichen Einsatzstoffen
- Reduktion des Material- und Energieverbrauchs durch effizientere Produktionsverfahren oder durch organisatorische Maßnahmen


Validieren
Nachdem ein Unternehmen ein Umwelt- oder Qualitätsmanagementsystem eingeführt hat, wird es anschließend von einem unabhängigen Sachverständigen geprüft. Diesen Vorgang nennt man im Falle einer EMAS-Begutachtung Validierung.



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