Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Abfallwirtschaft

Im Bereich Abfallwirtschaft ist der Gebäudereiniger ausführender Dienstleister und Berater des Kunden.

Zu seinen häufigsten Aufgaben Im Betriebsgebäude des Kunden zählen:

  • Einsammeln von Abfällen und Verbringung zu Abfallsammelstellen
  • Sortierung/Separierung und Deklaration von verschiedenen Abfall-Fraktionen
  • Organisation der Abfall-Entsorgung, z.B. bei der Baugrobreinigung
  • Kontrolle der von den Mitarbeitern des Kunden durchgeführten Abfalltrennung
  • Erschließung neuer Entsorgungswege

Doch auch im eigenen Betriebsgebäude des Gebäudereinigers verdient die Abfallwirtschaft eine besondere Aufmerksamkeit, um die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten und um vorhandene Kosteneinsparpotenziale zu nutzen.

Die Abfallwirtschaft unterliegt zahlreichen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die im Bereich Rechtsgrundlagen > Abfallwirtschaft detailliert dargestellt sind. Deshalb werden an dieser Stelle nur einige Grundlagen und für den Gebäudereiniger besonders wichtige Details zusammengefasst.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)  ist die Grundlage der Abfallwirtschaft. Es zielt - noch verstärkt durch die Neufassung vom Februar 2012 - auf die Schonung der natürlichen Ressourcen und den Schutz von Mensch und Umwelt. In diesem Sinne legt das Gesetz hinsichtlich anfallender Abfälle folgende Hierarchie abfallwirtschaftlicher Maßnahmen fest:

  1. Vermeidung des Anfalls von Abfällen
  2. Wiederverwendung von Stoffen und Produkten, ggf. nach vorheriger Vorbereitung (Wiederverwendung bedeutet Verwendung für denselben Zweck, für den die Stoffe oder Produkte ursprünglich bestimmt waren)
  3. stoffliche Verwertung
  4. sonstige Verwertung wie energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung

Ausgehend von dieser Rangfolge soll diejenige Maßnahme Vorrang haben, die den Schutz von Mensch und Umwelt am besten gewährleistet. In diesem Sinne wurde beispielsweise festgelegt, dass die energetische Verwertung der stofflichen Verwertung gleichwertig ist, wenn der Abfall einen Heizwert von mindestens 11.000 kJ/kg hat.

Bei der Beurteilung und der Auswahl der zu wählenden Maßnahme sind insbesondere zu berücksichtigen

  • die zu erwartenden Emissionen,
  • das Maß der Schonung der natürlichen Ressourcen,
  • die einzusetzende oder zu gewinnende Energie und
  • die Anreicherung von Schadstoffen in Erzeugnissen, in Abfällen zur Verwertung oder in daraus gewonnenen Erzeugnissen.

Des Weiteren sind die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftliche Zumutbarkeit zu beachten.

Die Festlegung des Entsorgungsweges hat weitreichende Konsequenzen, z. B. im Hinblick auf mögliche Andienungspflichten, Deklarationen und nicht zuletzt auf den Preis. 

Die Vorgaben des KrWG sind in einer Reihe von Verordnungen ergänzt bzw. präzisiert. Für Gebäudereiniger sind folgende Verordnungen besonders wichtig:

  • die Nachweisverordnung (NachwV) regelt die Dokumentation, die im Zusammenhang mit der Verwertung und Beseitigung von Abfällen zu führen ist, z.B.
    • Entsorgungsnachweis
    • Begleitschein/Übernahmeschein
    • Register
  • die Abfallverzeichnisverordnung (AVV) listet zahlreiche Abfallarten mit ihren jeweiligen Abfallschlüsseln auf, wobei gefährliche Abfälle mit einem * gekennzeichnet sind.

Das folgende Abfallartenverzeichnis zeigt für den Gebäudereiniger besonders relevante Abfallschlüsselnummern:

Abfallschlüssel Abfallbezeichnung
 15 01 01 Verpackungen aus Papier und Pappe
 15 01 02 Verpackungen aus Kunststoff
 15 01 04 Verpackungen aus Metall
 15 01 05 Verbundverpackungen
 15 01 06 gemischte Verpackungen
 15 01 10* Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten oder durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind
 15 02 02* Aufsaug- und Filtermaterialien (einschließlich Ölfilter a. n. g.), Wischtücher und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind
 15 02 03 Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher und Schutzkleidung mit Ausnahme derjenigen, die unter 15 02 02 fallen
 20 01 01 Papier und Pappe
 20 01 02 Glas
 20 01 08 biologisch abbaubare Küchen- und Kantinenabfälle
 20 01 13* Lösemittel
 20 01 14* Säuren
 20 01 15* Laugen
 20 01 21* Leuchtstoffröhren und andere quecksilberhaltige Abfälle
 20 01 29* Reinigungsmittel, die gefährliche Stoffe enthalten
 20 01 30 Reinigungsmittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 20 01 29 fallen
 20 01 39 Kunststoffe
 20 01 40 Metalle
 20 03 01 gemischte Siedlungsabfälle
 20 03 03 Straßenkehricht
 20 03 07 Sperrmüll
* gefährlicher Abfall

Glossar

Andienungspflicht
Beim Überschreiten einer Jahresmenge von 2000 kg gefährlicher Abfälle zur Beseitigung besteht Andienungspflicht. Damit müssen sie der Sonderabfallagentur SAA gemeldet werden. Näheres zur Andienungspflicht erfahren Sie hier www.saa.de


AVV
Verordnung über das europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnisverordnung - AVV ).
Den Verordnungstext finden Sie hier


Entsorgung
Unter Entsorgung von Abfällen wird sowohl die Beseitigung als auch die Verwertung von Abfällen verstanden.

Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle
Abfälle werden in gefährliche und nicht gefährliche Abfälle eingeteilt. Die als gefährlich einzustufenden Abfälle werden in der Abfallverzeichnisverordnung festgelegt und sind dort mit einem Stern gekennzeichnet. Ein Abfall gilt als gefährlich, wenn er eines oder mehrere Gefahrenmerkmale aufweist (z.B. Flammpunkt kleiner 55 °C oder Konzentration sehr giftiger Stoffe größer/gleich 0,1 %). Die frühere Differenzierung in besonders überwachungsbedürftige, überwachungsbedürftige und nicht überwachungsbedürftige Abfälle ist 2007 entfallen. Detaillierte Informationen über Sonderabfälle, gefährliche Abfälle und besonders überwachungsbedürftige Abfälle liefert beispielsweise das Umweltbundesamt.

KrWG
Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz - KrWG).

Den Gesetzestext finden Sie hier.



NachwV
Verordnung über Verwertungs- und Beseitigungsnachweise (Nachweisverordnung - NachwV).
Den Verordnungstext finden Sie hier.




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