Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Brandschutz

Baulicher Brandschutz

Baulicherseits muss der Brandschutz für die Bereiche

  • Absauganlage
  • Heizung
  • Silo, Bunker
  • Lacklager
  • Spritzraum

gesondert geplant werden. Diese Bereiche sind feuerbeständig von den übrigen Betriebsbereichen abzutrennen. Ihre sicherheitstechnische Ausstattung wird in den entsprechenden Bereichen näher erläutert. Hinweise zum Brandschutzrecht finden sich im Bereich Rechtsgrundlagen > Sonstiges Umweltrecht > Brandschutz, Hinweise zur praktischen Umsetzung im Bereich Wichtig für alle Branchen > Sonstiges > Brandschutz . In Abstimmung mit dem Bauamt und der zuständigen Feuerwehr werden im Rahmen der Bauplanung zudem festgelegt:

  • Erfordernis der Abgrenzung von Brandabschnitten zur Abschottung der Brände im Gebäude
  • Brandschutztüren und -tore
  • Anzahl und Lage der Fluchttüren
  • Notwendigkeit von Rauchabzugsklappen
  • Brandmeldeeinrichtungen

Brand- und Explosionsrisiken im holzverarbeitenden Bereich

Nach einer Untersuchung der Holz-Berufsgenossenschaft wurden die Ursachen von Bränden und Explosionen ermittelt, die sich im Zeitraum von von 5 Jahren ergeben hatten. Als häufigste Ursache von Brände und Explosionen wurden Schlag- und Reibfunken festgestellt, die in den angeschlossenen Maschinen erzeugt wurden. Dabei fallen insbesondere der Hacker und Mehrblattkreissägemaschinen mit einem deutlich erhöhten Risiko auf.

Der Schwerpunkt der Schadensfälle lage im Bereich von Filteranlagen und Silos. In diesen Anlagen teilen muss am ehesten mit Explosionen gerechnet werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Explosion als Folge eines aufgetretenen Brandes nahm mit der Größe der Filteranlage zu. Bei Filteranlagen mit einer Filterfläche von weniger als 100 m² wurden ausschließlich Schwelbrände beobachtet.

Im Falle von Silos wurde bei jedem vierten Brand auch eine Explosion beobachtet. Der weitaus überweigende Teil der Personenschäden entstand nicht durch den Brand oder die Explosion, sondern ergab sich bei Löscharbeiten.

Daraus wurde folgende Eintrittswahrscheinlichkeit von Bränden und Explosionen ermittelt:

Tabelle: Eintrittswahrscheinlichkeit von Bränden und Explosionen in holzverarbeitenden Betrieben

 Gesamtzahl Betriebe
ca. 50.000
100 %
 davon mit Brand- und Explosionsschaden
 ca. 500/Jahr
 1 %
 davon etwa 30 % im Bereich Holzstaub-Absaugung
 ca. 150/Jahr
 0,3 %
 davon ca. 1/3 Explosionen
 ca. 50/Jahr
 0,1 %
 davon ca. 1/5 mit Verletzten
 ca. 10/Jahr
 0,02 %
 cavon ca. 1/5 mit meldepflichtigen Personenschäden
 ca. 2/Jahr
 0,004 %
Quelle: Berufsgenosschaftliche Information BGI 739-2 Absauganlagen und Silos für Holzstaub und -späne/2012 S. 9

Nach den Ergebnissen der Untersuchungen lässt sich aber auch erkennen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Explosion im Bereich der Holzstaubabsaugung in Handwerksbetrieben deutlich unterdurchschnittlich ist. Hier ergab sich ein Schadensererignis pro 4.000 Betriebe und Jahr.

Brandschutztechnische Grundausstattung

Feuerlöscher

Zur brandschutztechnischen Grundausstattung gehört eine ausreichende Anzahl von Feuerlöscheinrichtungen. Diese ist abhängig von der Gefährdungseinschätzung des jeweiligen Raumes und dessen Größe.

  1. Heizraum und Spritzraum sollten jeweils mit mindestens einem großen Feuerlöscher ausgestattet werden.
  2. Werkstatt- und Lagerräume werden zumeist mit einer hohen Brandgefährdung eingestuft. Pro 100 m² sind ca. 9 Löscheinheiten einzuplanen. Dies entspricht einem mittleren Feuerlöscher.
  3. Büro- und Ausstellungsräume werden zumeist als gering oder mittel gefährdet eingestuft. Hier sollte wenigstens ein Feuerlöscher pro Raum verfügbar sein.

Teilweise werden auch Wandhydranten für größere Hallen vorgesehen. Diese werden jedoch maximal wie zwei mittlere Feuerlöscher gewertet, da sie im Bedarfsfall meist nicht eingesetzt werden.

Die genaue Anzahl der Feuerlöscher wird mit der zuständigen Feuerwehr abgestimmt. Die Abnahme der Einrichtung durch die Feuerwehr sollte sich der Betriebsinhaber schriftlich bestätigen lassen. Damit kann er im Brandfall den ausreichenden vorbeugenden Brandschutz dokumentieren!

Kennzeichnung

Im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes sind folgende Einrichtungen zu kennzeichnen:

 Kennzeichnung Feuerlöscher

Feuerlöscher

Im direkten Umfeld des Feuerlöscher ist eine Kennzeichnung an der Wand anzubringen, damit jederzeit erkennbar ist, wo ein Feuerlöscher vorhanden ist. Dies ist insbesondere dort wichtig, wo sich der Feuerlöscher in einem Schrank befindet oder nicht direkt vom Raum aus erkennbar ist. 

 Kennzeichnung Fluchttür

 Fluchtwege

Über allen Fluchttüren ist nebenstehende Kennzeichnung anzubringen. Diese leuchtet bei plötzlicher Dunkelheit nach und erleichtert im Brandfall, dass die betroffenen Mitarbeiter schnell die richtigen Ausgänge finden.

Es ist regelmäßig darauf zu achten, dass die Fluchttüren nicht zugestellt werden!

Sofern sich der Betrieb über mehrere Etagen erstreckt, ist der Fluchtweg zum Treppenabgang zusätzlich zu kennzeichnen.

Weitere Hinweise sind der Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände zu entnehmen.

Brandmeldeplan

Den Mitarbeitern ist an geeigneten Stellen ein Brandmeldeplan entsprechend den Vorgaben der DIN 14 096 auszuhängen. Der Brandmeldeplan sollte folgende Punkte enthalten:

  • Rauchen verboten!
  • Fluchttüren freihalten!
  • Im Alarmfall Ruhe bewahren
  • Telefonnummer der Feuerwehr
  • Wer ruft an?
    Was ist passiert?
    Wo ist es passiert?
  • Hinweise zum Löschversuchen:
    - Feuerlöscher benutzen
    - elektrischer Hauptschalter schließen
    - Körperbrände mit der Löschdecke ersticken
  • In Sicherheit bringen
    - gefährdete Personen warnen
    - Türen und Fenster schließen
    - Anfahrwege für die Feuerwehr freihalten

Insgesamt ist es zu empfehlen, alle 2 - 3 Jahre mit der Feuerwehr eine Brandschutzübung durchzuführen, um ähnlich wie bei der Ersten Hilfe sicherzustellen, dass die Beschäftigten  einen entstehenden Brandherd rechtzeitig und richtig bekämpfen.

Glossar

Feuerbeständig
Brandschutzbereiche und brandgefährdete Bereiche müssen feuerbeständig abgetrennt werden. Dies ist in der DIN 4102 als F 90 geregelt. Die Konstruktion muss damit sicherstellen, dass sie mindestens 90 Minuten einem Feuer standhält, ohne ihre Funktion als trennendes oder tragendes Bauteil zu verlieren.



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