Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Fluten und Tauchen

Fluten und Tauchen sind zwei Verfahren mit hohem Auftragswirkungsgrad, d.h. geringem Materialverlust. Gleichzeitig eignen sie sich für die Beschichtung von Werkstücken mit Engstellen, Hohlräumen, etc., die mit herkömmlichen Verfahren wie Streichen und Spritzen nicht beschichtet werden können. Die Verfahren sind für Kleinserien und Produkte mit gleichbleibenden Beschichtungsanforderungen geeignet. Aus Umweltsicht sind Emissionen und Abfälle, die bei der Reinigung der Anlagen anfallen, problematisch.
Beispiel Flutanlage

Fluten

Beim Fluten wird das Werkstück an einer Aufhängung durch die Flutstrecke transportiert und dort mit dem Beschichtungsstoff begossen. Der abtropfende Überschuss wird für weitere Flutvorgänge im Kreislauf gefahren. Gegenüber dem Tauchen hat dieses Verfahren den Vorteil der Flexibilität auch gegenüber großflächigen, sperrigen Werkstücken.

Tauchen
Tauchanlage für Heizkörper

Beim Tauchen befindet sich die Farbe in einem Tauchbecken. Das zu beschichtende Werkstück wird eingetaucht und langsam wieder herausgezogen, sodass der überschüssige Beschichtungsstoff abfließt, ohne Läufer zu bilden. Technische Anlagen zum Umwälzen und Aufbereiten des Beschichtungsbades entfallen hier.

Verfahrensbedingt haben die Tauch- und Flutverfahren einige wichtige Randbedingungen, die zu beachten sind:
  • Es sind ausschließlich Beschichtungsstoffe ohne Topfzeiten verarbeitbar.
  • Die Viskosität muss ständig kontrolliert und nachgestellt werden (insbesondere bei lösemittelhaltigen Produkten).
  • Farbwechsel sind mit vergleichsweise großem Aufwand verbunden
Werkstücke müssen absolut sauber sein. Das gewährleistet ein optimales Anhaften und verhindert eine Anreicherung von Verunreinigungen im Beschichtungsstoffvorrat.

Diese Randbedingungen machen eine Tauch- oder Flutlackierung erst bei Kleinserien und Produkten mit gleichbleibenden Beschichtungsanforderungen sinnvoll. Deshalb kommen sie nur in wenigen, spezialisierten Malerbetrieben zum Einsatz, beispielsweise bei der Bläueschutzbehandlung von Holzfenstern oder dem Beschichten von Heizkörpern. Letzteres wird durch das Aufkommen pulverlackierter Heizkörper aus der industriellen Fertigung jedoch immer weiter verdrängt.

Umweltauswirkungen


Aus Sicht des Umweltschutzes stehen dem Vorteil der effizienten Materialausnutzung und des Fehlens von Overspray folgende Umweltauswirkungen gegenüber:
  • Emissionen aus dem verspritzten Beschichtungsstoff beziehungsweise der Tauchbadoberfläche bei lösemittelhaltigen Materialien
  • Abfälle durch die Badpflege, Reinigungsarbeiten beim Badwechsel und gegebenenfalls unbrauchbar gewordene Badinhalte sowie durch das Reinigen der Werkstückaufhängungen
Umweltschonende Maßnahmen

Materialauswahl
Die Verwendung lösemittelfreier, wasserbasierter Grundierungen vermeidet zum einen Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten im Umfeld ─ Zum anderen entfällt das Thema Brand- und Explosionsschutz und sich daraus ergebenden Schutzvorkehrungen, wie Festlegung von Explosionsschutzzonen, Vermeiden von Zündquellen oder Erstellen eines Explosionsschutzdokuments.

Anlagenüberwachung
Eine laufende Kontrolle des Badinhaltes/des Beschichtungsstoffes hinsichtlich der Viskosität, möglicher Verschmutzung und Verkeimung stellt nicht nur ein gleichbleibend gutes Beschichtungsergebnis, sondern auch eine lange Standzeit sicher. Damit wird letztlich Abfall aus dem Badwechsel und den damit verbundenen Reinigungsarbeiten vermieden.

Da sich in den Anlagen vergleichsweise große Mengen an Beschichtungsstoffen befinden, die wassergefährdende Stoffe darstellen, muss der Betrieb für einen wirksamen Schutz gegen ein Austreten der Stoffe in die Umgebung sorgen.

Dazu gehören bei unterirdischen Anlagenteilen die Doppelwandigkeit sowie die Erkennbarkeit von Leckagen (beispielsweise durch Leckanzeigegeräte), bei oberirdischen Anlagen der Anfahrschutz und die Möglichkeit zum Zurückhalten ausgetretener Flüssigkeit vor deren Eindringen in die Kanalisation oder unbefestigte Bereiche. Je nach Anlagenvolumen können sich auch Prüfpflichten durch Sachverständige nach Wasserhaushaltsgesetz und die Fachbetriebspflicht für Arbeiten an diesen Anlagen ergeben.

Nähere Informationen über den dahinterstehenden Besorgnisgrundsatz nach Wasserrecht finden Sie im Kapitel Lagerung umweltgefährlicher Stoffe.
Nähere Informationen zu den beiden Verfahren erhalten Sie auf der Seite Tauchen und Fluten im Bereich Schreiner.

Glossar

Explosionsschutzdokument
Gemäß §6 Betriebssicherheitsverordnung muss für alle explosionsgefährdeten Bereiche eines Betriebes ein Explosionsschutzdokument erstellt werden. Dieses muss neben einer Beschreibung des explosionsgefährdeten Bereiches alle Maßnahmen enthalten, die zur Vermeidung von Explosionsgefahren ergriffen werden.

Overspray
Als Overspray bezeichnet man bei Spritz- und Sprühapplikationen den Anteil des verspritzten Mediums, der nicht auf das Werkstück und somit in die Umgebung gelangt. Dies betrifft Lackiertechniken ebenso wie z. B. das Aufsprühen eines Schmierfilms. Overspray wird durch Vorbeispritzen am Werkstück sowie durch seitlich abströmende, feine Lacktröpfchen vor der Werkstückoberfläche verursacht. Die Overspray-Verluste hängen somit sowohl von der Werkstückgeometrie als auch von der verwendeten Sprühtechnologie und deren Handhabung ab. Durch unterstützende Techniken (z. B. elektrostatische Verfahren) und weiterentwickelte Spritztechniken (z.B. HVLP-Technik) kann der Oversprayanteil erheblich reduziert werden.



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