Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Auswahl und Betrieb von Fahrzeugen

Mit dem Fahrzeugkauf legt sich der Handwerker längerfristig auf ein bestimmtes Transportmittel fest. Die Kaufentscheidung muss also wohlüberlegt sein: Ein Pkw hat ganz klar auch repräsentative Aufgaben, etwa bei Kundenkontakten. Der Kleinlaster muss mit seinen Aufbauten oder seiner Innenausstattung funktional sein.
Umweltzonen
Quelle: redaktion24.de

Eine Vielzahl von Aspekten spielt beim Neukauf, beim Leasing oder Gebrauchtwagenkauf eine Rolle:
  • die Nutzlast und die Anhängelast
  • das Raumangebot, die Abmessungen
  • die Flexibilität der Aufbauten
  • vorhandene Einbauten und Möglichkeiten zur Ladungssicherung
  • besondere Ausstattung wie Navigationssystem, Standheizung, Anhängerkupplung
  • die Anzahl der Sitzplätze
  • die Treibstoffart und der -verbrauch
  • das Serviceangebot
  • die Kosten für Steuern und Versicherung
  • Plakette für die Umweltzonen
Umweltzonen

Seit März 2007 können Kommunen Fahrverbote in sogenannten Umweltzonen festlegen, um Schwebstaubbelastungen zu reduzieren. In die gekennzeichneten Bereiche (roter Kreis auf weißem Untergrund, darunter das Wort „Umweltzone“) dürfen nur Fahrzeuge hineinfahren, die über eine grüne Plakette verfügen. In Baden-Württemberg sind dies alle bestehenden Umweltzonen. Ausgabestellen für die Plaketten sind die Kfz-Zulassungsbehörden und die für Abgasuntersuchungen anerkannten Stellen. Nähere Informationen zu Umweltzonen und Fahrverboten finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg.

Bei Altfahrzeugen kann es lohnenswert sein, das Abgassystem zum Filtern der Dieselfeinstäube nachzurüsten. Die Förderung ist im Jahr 2010 allerdings ausgelaufen.

Auch Ausnahmegenehmigungen für Altfahrzeuge sind immer schwerer zu bekommen. Die Kommunen wollen immer häufiger den Nachweis der Existenzgefährdung des Betriebs durch die Nachrüstinvestition.

Kraftstoffart

Neben den traditionell am häufigsten verwendeten Kraftstoffen Diesel und Benzin stehen die alternativen Kraftstoffe Biodiesel/Rapsölmethylester (RME), Pflanzenöl und verschiedene Formen von Gas zur Wahl.

Entsprechend bieten Fahrzeughersteller Modelle für diese Kraftstoffe an. Spezialisierte Firmen rüsten Fahrzeuge um, beispielsweise auf Pflanzenöl oder Flüssiggas (Autogas). In der Entwicklung befindet sich darüber hinaus die sogenannte Hybridtechnik (zwei Antriebskonzepte in einem Fahrzeug, etwa Verbrennungsmotor plus Elektromotor).

Betrachtet man die Verteilernetze für alternative Kraftstoffe, so sind diese sehr unterschiedlich ausgeprägt. Am weitesten ausgereift ist das Tankstellennetz für Biodiesel und Gas. Beispielsweise gibt es in Baden-Württemberg derzeit über 100 Biodiesel-Tankstellen, aktuell jedoch nur rund 20 Pflanzenöl-Tankstellen.

TIPP: Bei einer Neuanschaffung lohnt sich ein Erdgasantrieb. Dann gibt es keine Probleme mit Umweltzonen (und deren absehbarer Verschärfung), da keine Partikel emittiert werden.
Kraftstoffverbrauch

Der spezifische Kraftstoffverbrauch stellt ein wichtiges Vergleichskriterium beim Fahrzeugkauf dar. Es sollte allerdings auch nicht überbewertet werden, da der spezifische Verbrauch in der Praxis stark von der konkreten Fahrzeugnutzung beeinflusst wird. Bei alternativen Kraftstoffen gestaltet sich der direkte Vergleich teilweise schwieriger. Hier kann hilfsweise entweder deren Energiegehalt oder der Preis pro 100 km herangezogen werden. Interessant ist der Vergleich der CO2-Emissionen des Fahrzeugs nach Herstellerangaben. Dieser hängt direkt mit dem Spritverbrauch zusammen und zeigt an, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt.

Abgaswerte und -technik

Dieser Aspekt wird zukünftig eine immer größere Bedeutung erhalten. Nicht nur wegen der steuerlichen Bestrafung emissionsstarker Fahrzeuge, sondern auch im Hinblick auf Luftreinhaltepläne der Kommunen. In den Städten kann es aufgrund von Grenzwertüberschreitungen zu Fahrverboten für unsaubere Fahrzeuge kommen.
Um dieses schwer kalkulierbare Hemmnis zu umgehen, empfiehlt es sich, beim Neukauf von Fahrzeugen auf deren Klassifizierung bezüglich der EURO-Grenzwerte zu achten.

Europäische Emissions-Grenzwerte für NutzfahrzeugeEuropäische Emissions-Grenzwerte für Nutzfahrzeuge
Quelle: Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg


Europäische Emissions-Grenzwerte für Diesel-PKWEuropäische Emissions-Grenzwerte für Diesel-PKW Quelle: Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg

Reifen

Beim Kauf von Reifen stehen lärmarme und besonders leicht laufende Modelle zur Verfügung. Diese ermöglichen Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch von rund fünf Prozent und schonen die Umwelt mit deutlich verringerten Lärmemissionen.

Weitere Hinweise und Informationen finden Sie beim ADAC im Kapitel Reifen.

Die Nutzungsphase

Neben allen Einflussmöglichkeiten bei der Beschaffung von Fahrzeugen und der Fahrzeugausstattung ist die Nutzungsphase entscheidend für die Umweltauswirkung. Ziel sollte es sein, einen guten Fahrzeugzustand zu erhalten und Fahrzeuge umweltschonend zu bedienen. Um dies zu erreichen, ist Folgendes zu beachten:
  • Wartung und Reparatur in einer Fachwerkstatt: Verschmutzte Luftfilter und schlecht eingestellte Motoren können zu Verbrauchssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich führen.
  • regelmäßige Überprüfung des richtigen Reifendrucks: Ein halbes Bar zu wenig Druck kann den Kraftstoffverbrauch schon um 15 Prozent erhöhen. Ein dauerhafter Minderdruck von nur 0,2 bar kann bereits zu einer um zehn Prozent verringerten Lebensdauer des Reifens führen.
  • regelmäßiges Ausmisten des Innenraums: Nicht mehr benötigte Maschinen und Reste von Baustoffen tragen durch ihr Gewicht zum erhöhten Verbrauch bei.
  • Luftwiderstand senken: Nicht verzurrte Planen oder herausstehende Gegenstände treiben den Luftwiderstand und Spritverbrauch in die Höhe.
Ein großer Einfluss in der Nutzungsphase geht vom Fahrverhalten aus: Spritsparendes Fahren senkt den Verbrauch, die Emissionen und den Kostenaufwand. Mehr dazu findet Sie unter www.fahrspartraining.de.

Flexibilität im Fuhrpark

Bei mehreren Fahrzeugen können die Transportaufgaben besser verteilt werden. Es kommt dann aber auf die passende Mischung der Fahrzeugtypen, vom Pkw, Transporter bis zum Kleinlaster, an. Die Flexibilität lässt sich durch Mietfahrzeuge in Zeiten mit Auftragsspitzen steigern – auch dann, wenn Fahrzeuge durch weit entfernte Baustellen gebunden sind oder für den Transport ungewöhnlich schwerer oder sperriger Teile benötigt werden. Dafür können Autovermietungen sowie Carsharing-Angebote genutzt werden. Das Einbeziehen dieser Angebote bietet letztlich auch die Chance, den eigenen Fuhrpark kleiner zu halten.

In kompakter und übersichtlicher Form gibt der VCD Leitfaden „Effizienter Fuhrpark kostengünstig, umweltschonend, zukunftsorientiert“ (pdf, 1,62 MB) die Informationen, die Unternehmen brauchen, um ihren Fuhrpark zu optimieren. Mit praxisnahen Tipps und fachlichem Hintergrundwissen hilft er bei der Wahl. Die Empfehlungen gelten für Pkw und Transporter und richten sich an Unternehmen mit Fuhrparks bis zu 20 Fahrzeugen.

Glossar

Luftreinhalteplan
Luftreinhaltepläne werden für Gebiete erstellt, in denen mit einer Überschreitung der von der EU vorgegebenen Luftgütewerte für typische Luftschadstoffe (z.B. Feinstaub, Schwefeldioxid, Stickoxide, Benzol, ...) zu rechnen ist. Sie haben die Aufgabe die Aufgabe, die Anstrengungen der öffentlichen Verwaltung zur Verbesserung einer lufthygienisch nicht den Zielvorgaben entsprechenden Situation in einem bestimmten Gebiet zu organisieren.

Schwebstaub
Als Schwebstaub bezeichnet man den Gesamtstaub(TSP=total suspended particulates), der neben Staub auch noch den Rauch und Rußpartikel etc. umfasst. Staub ist die Sammelbezeichnung für feinste feste Partikel, die in der Luft aufgewirbelt, lange Zeit schweben können.
Die Unterteilung der Stäube erfolgt nach Staubart und/oder Partikelgröße. Staubteilchen können aus organischen (Blütenpollen, Bakterien, Pilzsporen) oder anorganischen Materialien (Gesteinsstaub, Mineralfasern) bestehen. Eine allgegenwärtige Form des Staubes, der aus organischem und anorganischem Material besteht, ist Hausstaub.
Schwebstaub
Quelle: wissen@de.wikipedia




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