Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Naturschutz

Grundsätze
Die Themen- und Aufgabenfelder des Naturschutzes sind
  • Artenschutz: Schutz wildlebender Arten und der innerartlichen Varianz,
  • Geotopschutz: Schutz geologischer und paläontologischer Stätten,
  • Biotopschutz: Schutz von Ökosystemen und Ökotopen,
  • Ressourcenschutz: Schutz von Boden, Wasser und Luft als biologisch regulierte Naturgüter,
  • Prozessschutz: natürliche Veränderungen auf der Ebene von Arten, Lebensgemeinschaften, Ökosystemen und Landschaften in Raum und Zeit,
  • Landschaftsschutz: Schutz regionaltypischer Landschaften.
 
 blühende Wiese und Wolken
Quelle: Bundesumweltministerium

Der Naturschutz betrachtet alle Nutzungen von Böden und Gewässern, von Flora und Fauna. Während der betriebliche Umweltschutz in erster Linie dem Schutz der menschlichen Lebensbedingungen dient und sich dazu technischer und organisatorischer Mittel bedient, richtet der Naturschutz seinen Blick auf den Naturhaushalt als Ganzes. Die Grundsätze und die Ausrichtung des Naturschutzes haben sich mit der Zeit gewandelt. Während früher mehr die pflegende und konservierende Dimension im Vordergrund stand, so geht es jetzt zunehmend um  den Erhalt der natürlichen Dynamik ökologischer Systeme, wozu großflächige Naturschutz-Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.


Grafik: Übersicht PLENUM-Projektgebiete

Die Plenumkonzeption wird derzeit in 5 Projektgebieten umgesetzt, die über 15 % der Landesfläche einnehmen. Das entspricht insgesamt einer Fläche von über 550.000 ha. Die Projektgebiete müssen hohe Flächenanteile an den 19 Kerngebieten der PLENUM-Gebietskulisse aufweisen. Die in der Karte gelb dargestellten Flächen kennzeichnen die "Projektgebiete", orange die "Kerngebiete in einem anerkannten Projektgebiet".


Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW), 2011


Was regelt das Naturschutzgesetz?

Die maßgebliche rechtliche Grundlage für den Naturschutz in Deutschland bildet das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Es hat zum Ziel,  "Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen." Damit sollen auf Dauer erhalten bleiben:

  • die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
  • die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  • die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume, und
  • die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft.

Das BNatSchG wird in den Bundesländern durch die Landesnaturschutzgesetze ergänzt, z.B. in Baden-Württemberg das Naturschutzgesetz (NatSchG). Die im NatSchG und dessen Verordnungen enthaltenen  Regelungen konkretisieren die Ausweisung von Schutzgebieten, den Schutz von gefährdeten Biotopen und Arten, die Minderung und den Ausgleich von Eingriffen in die Natur und die ökologisch orientierte Landschaftsplanung.

Symbol für die Vernetzung von Naturschutzgebieten 
Quelle: Bundesamt für Naturschutz
Die nationalen Bestimmungen sind geprägt durch internationale Abkommen und EU-Richtlinien. Hierzu zählen unter anderem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie die Fauna-Flora-Habitat- und die Vogelschutzrichtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union.

Die Anpassung auf die EU-FFH-Richtlinie ist in Deutschland erfolgt. Das Hauptziel dieser Richtlinie ist es, die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu fördern, wobei jedoch die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden sollen. Die Richtlinie leistet somit einen Beitrag zu dem allgemeinen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Die FFH-Richtlinie verpflichtet auf europäischer Ebene die Mitgliedstaaten zur Errichtung eines europaweiten ökologischen Netzes von Schutzgebieten mit der Bezeichnung NATURA 2000 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen.

Wen betrifft das Naturschutzgesetz?

Das Naturschutzgesetz richtet sich an "Jedermann": Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege beitragen und sich so verhalten, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt werden.

Vom BNatSchG sind in erster Linie Unternehmen betroffen, die aufgrund ihrer Tätigkeit in den Naturhaushalt eingreifen. Hierzu zählen Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft sowie der Rohstoffwirtschaft, z.B. Kiesabbau. Einschränkungen sind dann zu erwarten, wenn ein Unternehmen in Schutzgebieten angesiedelt ist oder von der Neuausweisung eines Schutzgebietes betroffen ist, z.B. einem Landschaftsschutzgebiet oder einem Schutzgebiet im Sinne der europäischen FFH- Richtlinie. Dabei kann beispielsweise die Verwendung von umweltrelevanten Stoffen, sofern damit eine Umweltbelastung verbunden ist, eingeschränkt werden.

Welche Behörden sind zuständig?

In Baden-Württemberg wird das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum als oberste Naturschutzbehörde fachlich beraten von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW). Vollzugsbehörden sind in erster Linie die vier Regierungspräsidien als höhere Naturschutzbehörden, sowie die unteren Naturschutzbehörden bei den Landratsämtern und den Bürgermeisterämtern der kreisfreien Städte.

Erster Ansprechpartner bei Informations- und Abklärungsbedarf sind in der Regel die unteren Naturschutzbehörden. Bei service-bw.de können Sie eine Liste der Naturschutzbehörden abrufen sowie Informationen über naturschutzrechtliche Gestattungen. 

Glossar

BNatSchG
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG).
Den Gesetzestext finden Sie hier.


NatSchG
Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz – NatSchG).
Den Gesetzestext finden Sie hier.




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