Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Spänesilo

Sicherheitseinrichtungen bei einem SpänesiloHolzstaub und Späne werden in der Regel über eine Absauganlage einem Spänebunker oder Spänesilo zugeführt. Sollen die Späne zum Heizen der Werkstatt genutzt werden, ist es von Vorteil, wenn der Spänebunker in unmittelbarer Nähe der Heizungsanlage angeordnet wird. Die Silokapazität sollte mindestens 50 % der jährlichen Spänemenge aufnehmen können.

Zu beachten sind die berufsgenossenschaftlichen Regeln (siehe BG-Datenbank)

  • BGR 500 Kapitel 2.34 (Betreiben von Silos)  und
  • BGR 117-1 (Behälter, Silos und enge Räume - Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen).

Die Unfallverhütungsvorschrift "Silos und Bunker" (BGV C 12) wurde zurückgezogen.

Anlagen, in denen Staub, Späne und Hackschnitzel aus Holz gelagert werden, gelten als brand- und explosionsgefährdet. Folgende Explosionsschutzzonen müssen beachtet werden:

 Zone 20 Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in Luft ständig oder langzeitig oder häufig vorhanden ist.
 Zone 21 Bereich, in dem damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige
Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in der Luft bei  Normalbetrieb gelegentlich auftritt.
 Zone 22 Bereich, in dem bei Normalbetrieb nicht damit zu rechnen ist, dass explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke brennbaren Staubes in der Luft auftritt, wenn sie aber dennoch auftritt, dann nur kurzzeitig.

Die Einstufung von Silobereich, Filteranlagen und Förderleitungen entsprechend den Explosionsschutzzonen der Betriebssicherheitsverordnung ergibt sich aus folgender Übersicht (zu den sonstigen gemäß BetrSichV im Bereich Explosionsschutz bestehenden Anforderungen siehe auch Rechtsgrundlagen > Betriebs- und Anlagensicherheit > Betriebssicherheit > Explosionsgefährdete Bereiche).

Tabelle: Beispielsammlung zur Zonenteilung in Anlagen zum Erfassen, Abscheiden und Lagern von Spänen
Sicherheitszonen rund um das Spänesilo
Quelle: Holz-BG, BGI 739 "Holzstaub" Anlage 9, Stand 2004, n.e. = Nicht explosionsgefährlicher Bereich

Der unmittelbare Bereich des Silos wird der Zone 20 zugeordnet. Hieraus ergeben sich im wesentlichen folgende baulichen Vorgaben:

  • Silos aus nichtbrennbarem Material (Beton, Stahl) sollten in einem Abstand von mindestens 5 m zu anderen Gebäude errichtet werden. Bei brennbaren Baustoffen erhöht sich der Mindestabstand auf 15 m.
  • Zugänge sind mindestens in Nähe des Silobodens und oberhalb des maximalen Füllstandes einzurichten.
  • Vor Türen und anderen seitlichen Öffnungen in Höhe von mehr als 2 m über dem Boden sind Podeste mit einer Grundfläche von mindestens 0,8 x 1 m einzurichten.
  • Fest angebrachte Steigleitern mit Rückschutz sind anzubringen.
  • trockene Sprühwasserlöscheinrichtungen mit Steigleitung von mindestens DN 5 und Anschluss für die Löschwasserversorgung (C-Anschluss). Die von der Löschdüse zu schützende Fläche darf 12 m² nicht überschreiten und der Abstand untereinander darf höchstens 4 m betragen.
  • Einbau von Druckentlastungsflächen entsprechend dem max. gelagerten Spänevolumen (H = Spänehöhe, D = Silodurchmesser)

Tabelle: Erforderliche Fläche A an Druckentlastungsflächen in Abhängigkeit vom Behältervolumen

V in m³

Ages in m²
bei H/D = 1

Agesin m²
bei H/D = 2

Ages in m²
bei H/D = 3

Ages in m²
bei H/D=4

5

0,49

1,05

1,38

1,61

10

0,83

1,77

2,33

2,72

20

1,40

2,99

3,92

4,58

30

1,9

4,06

5,32

6,21

40

2,36

5,04

6,60

7,72

50

2,79

5,96

7,81

9,13

60

3,20

6,84

8,96

10,47

70

3,60

7,68

10,07

11,76

80

3,98

8,49

11,13

13,00

90

4,35

9,28

12,16

14,21

100

4,71

10,04

13,17

15,38

200

7,93

16,93

22,19

25,92

Quelle: Gesamtdruckentlastungsfläche in Abhängigkeit vom Siloleervolumen nach VDI 2263 Blatt 3

Beseitigung von Spänebrücken in SilosDie Austragung der Späne aus dem Silo muss dem Gewicht der zu lagernden Spänemenge angepasst sein. Wenn die Späne in Form von Briketts gelagert werden, muss die Austragung dafür besonders geeignet sein! In Silos kann es zu Störungen durch Stauungen des Spänegutes oder Brückenbildung kommen. Dies tritt vor allem bei der Lagerung von Holzhackschnitzeln auf. Zur Beseitigung solcher Störungen sollten über die Höhe des Silos ausreichend viele Öffnungen vorgesehen werden.

Auch Druckluftkanonen, die in regelmäßigen Abständen automatisch durch schnelle Leerung des zugehörigen Druckbehälters (Luftstoß) aktiviert werden, können derartige Spänebrücken abbauen. Die Druckwelle lockert das Spänegut.

Bei der Kombination automatischer Holzfeuerungsanlagen mit Unterdruck-Filteranlagen und Ringsystem zum Spänesilo ist sicherzustellen, dass sich kein Unterdruck im Silo und in der nachgeschalteten Heizkessel-Beschickungseinrichtung bilden kann, z.B. durch Bypass in der Ringleitung und eine Druckausgleichseinrichtung im Bereich „Silo“ oder „Feuerungsbeschickung“. Nur von einer Fachfirma ausführen lassen.

Im Gebäudebestand befinden sich Späneräume häufig im Untergeschoss oder Keller. Hier können alle erforderlichen brandschutztechnischen Sicherheitsvorkehrungen nur begrenzt getroffen werden. Um eine ausreichende Druckentlastung zu gewährleisten, müssen die Entlastungsöffnungen in der Kellerwand über einen Schacht den Druck nach außen ableiten. Der Ausblaskanal muss so platziert werden, dass der dabei entstehende Staub- und Flammenstrahl gefahrlos abgeleitet werden kann.

Im Umgang mit Silos ist Vorsicht geboten: Hier können schwerwiegende Unfälle passieren. Deshalb sollten die Beschäftigten über das Verhalten bei Bränden in Silos und die Funktion der Sprühwasser-Löscheinrichtung mindestens einmal jährlich unterwiesen werden. Dabei sollten folgende Punkte angesprochen werden:

  • Im Brandfall muss die Spänezufuhr zum Silo gestoppt werden.
  • Das Abreinigen der Filteranlage ist dann zu verhindern. In Anlagen, bei denen das Abreinigen mit dem Stillsetzen der Ventilatoren gekoppelt ist, den NOT-AUS Schalter betätigen.
  • Wenn der Spänesilo im Staufall betreten werden muss, sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Beim direkten Einstieg in das Silo unbedingt den Einsteigenden über einen Abseilgurt durch einen zweiten Mann sichern!
  • Wenn das Silo voll wird, muss die Zufuhr der Späne gestoppt werden und eventuell eine gesicherte Entleerung durch einen Spezialbetrieb eingeleitet werden.

Diese Punkte sollten in einer Betriebsanweisung allen Beschäftigten zur Verfügung stehen.

Glossar

Betriebsanweisungen
Die Betriebsanweisung ist eine Anweisung des Arbeitgebers an die Beschäftigten. Sie regelt arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen das Verhalten im Betrieb mit dem Ziel, Unfall- und Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Darüber hinaus dient sie als Grundlage für Unterweisungen. Man unterscheidet Betriebsanweisungen, die den Umgang mit Gefahrstoffen regeln, und sicherheitstechnische Betriebsanweisungen für den Umgang mit Maschinen und Anlagen. Geregelt werden nur die Tätigkeiten, die gefährlich bzw. sicherheitsrelevant sind. Die Betriebsanweisung enthält hierzu die erforderlichen Angaben der Gebrauchsanleitung bzw. -anweisung (bei technischen Erzeugnissen) oder der Sicherheitsdatenblätter (bei Gefahrstoffen) des Herstellers, Einführers oder Lieferanten.

Betriebssicherheit
Betriebssicherheit hat den Schutz der Beschäftigten vor Gefahren zum Ziel, die durch Arbeitsmittel entstehen können. Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen. Beispiele: Kreissägen, Fahrstühle, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Lager für brennbare Flüssigkeiten.

BG - Datenbank
Hier können alle berufsgenossenschaftlichen Vorschriften aus einer Datenbank abgerufen werden. Geben Sie in die Suchfelder die Art der Vorschrift (z. B. BGR, BGI) und die Nummer ein. Alternativ kann über Stichworte die gesamte Datenbank nach einschlägigen Veröffentlichungen durchsucht werden. 

Hier kommen Sie zur Datenbank.



Druckentlastungsfläche
Druckentlastungsflächen dienen dazu, im Explosionsfall den Überdruck gezielt abzuleiten und damit die Standgefahr eines Silos oder Bunkers nicht zu gefährden. Die erforderlichen Druckentlastungsflächen ergeben sich aus den Vorgaben der VDI 3673. Bei einer Explosion und beim Ansprechen dürfen Personen durch fortgeschleuderte oder herabfallende Teile und durch mögliche Druck- und Flammenauswirkungen nicht gefährdet werden können.

Sprühwasserlöscheinrichtung
Sprühwasserlöscheinrichtungen dienen dazu, eingebrachtes Löschwasser sehr gezielt dem Brandherd zuzuführen. Dies kann durch eine trockene Löschwasserleitung erfolgen, die einen Anschluss für die Feuerwehr besitzt oder durch Leitungen, die permanent an das Wassernetz angeschlossen sind und im Brandfall automatisch auslösen.



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