Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Ökobilanzen

Die Ökobilanz ist eines der wichtigsten Instrumente zur Beurteilung der Umweltauswirkungen von Produkten. Sie betrachtet alle Phasen des Lebenswegs eines Produktes von der Wiege bis zur Bahre und bewertet diese. Bei der Bewertung werden alle Medien mit einbezogen.

Wegen ihres umfassenden Ansatzes ist die Durchführung einer Produktökobilanz in der Regel mit einem hohen Aufwand verbunden. In erster Linie besteht der Aufwand darin, die umweltbezogenen Daten für alle Teilschritte auf dem Lebensweg eines Produktes zu erheben.

In den letzten 10 Jahren wurden eine Vielzahl von Ökobilanzen für unterschiedliche Produkte durchgeführt, so dass insbesondere für die Vorkette (Rohstoffgewinnung, Erzeugung von Grundstoffen und Vorprodukten) umfangreiches Datenmaterial verfügbar ist. Ebenfalls ausreichendes Datenmaterial ist für Standardprozesse wie Energieerzeugung oder Transportvorgange vorhanden.

Die Ökobilanzmethode ist in der ISO 14040 (Umweltmanagement - Ökobilanz - Prinzipien und allgemeine Anforderungen) beschrieben und normiert.

Zur Verringerung des mit einer vollständigen Ökobilanz verbunden Aufwands wurden eine Reihe von Vereinfachungen vorgeschlagen. Im Wesentlichen wird versucht, die für die Beschreibung der Umweltauswirkungen erforderliche Anzahl von Parametern auf eine oder wenige Leitgrößen zusammenzufassen. Die bekanntesten Ansätze sind das MIPS- und das KEA -Konzept.

Beim im Wesentlichen vom Wuppertal-Institut entwickelten MIPS-Ansatz wird die über den Lebenszyklus bewegte Masse als Leitgröße herangezogen . Beim KEA-Ansatz ist der Energieaufwand entscheidend. Die Berechnungsmethode für den KEA ist in der VDI-Richtlinie 4300 beschrieben.

Für kleinere und mittlere Unternehmen sind Ökobilanzen meist zu aufwändig. Es macht jedoch Sinn, aus veröffentlichten Ökobilanzen Informationen, die für die eigene Produktpalette relevant sind, im Rahmen des Produktentwicklungsprozesses zu nutzen. Beim Umweltbundesamt können zahlreiche Ökobilanzen angefordert werden.

Vereinfachter, qualitativer Ansatz

Auch ohne detaillierte Ökobilanz lassen sich einige Erfahrungsregeln zur Minimierung der Umweltwirkungen aufstellen:

  • Vermeiden Sie Materialien die toxische Eigenschaften aufweisen oder deren Gewinnung mit einem hohen technischen Aufwand verbunden ist
  • Konstruieren Sie ihre Produkte modular, dies erleichtert den Recyclingprozess 
  • Verwenden Sie lösbare Verbindungstechniken
  • Vermeiden sie schwer trennbare Verbunde (z.B. Metall - Kunststoff)
  • Minimieren Sie den Energieverbrauch in der Anwendungsphase des Produkts

Glossar

KEA
Die kumulierte Energieaufwand ist eine Leitgröße zur Beurteilung der Umweltauswirkungen eines Produkts. Die Größe gibt sämtliche zu Herstellung eines Produktes erforderlichen Energien an. Z. B. den Energiebedarf zur Gewinnung von Rohstoffen, zur Herstellung des Produkts.

Lebenszyklus
Im Rahmen der Lebenszyklusbetrachtung eines Produkts werden sämtliche Umweltauswirkung, von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Gebrauch, bis hin zur Entsorgung untersucht. Damit erhält man eine ganzheitliche Sicht auf die unterschiedlichen Umweltbelastungen eines Produktes.

MIPS
Die Materialintensität je Seviceeinheit ist eine anschauliche Leitgröße zur Beurteilung der Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung. Die Größe gibt sämtliche zur Herstellung eines Produktes bewegten Massen in kg an. Z. B. die Abraumhalden, die bei der Rohstoffgewinnung entstehen, die Mengen an Energieträger die zur Herstellung eines Produktes aufgewandt werden müssen, die Abfälle, die bei der Produktion entstehen. Zur Herstellung eines PCs werden beispielsweise 19 t Material bewegt.

Umweltauswirkungen
Umweltauswirkungen sind alle positiven oder negativen Veränderungen der Umwelt, die ganz oder teilweise aufgrund der Tätigkeiten, Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens eintreten (Definition nach EMAS). Die negativen Wirkungen lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen, wie beispielsweise Treibhauseffekt, Ozonabbau, Verbrauch von Ressourcen sowie Human- und Ökotoxizität.



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