Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Benchmarks zur Beurteilung der Umweltperformance

Benchmarks bieten die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu bewerten. Zum einen können Benchmarks verschiedener Unternehmen zur Bewertung der Konkurrenzfähigkeit, z.B. innerhalb einer Branche, herangezogen werden. Zum anderen können unternehmensinterne Benchmarks als Messgröße für die (umwelt-)technischen Performance herangezogen werden.

Kennzahlen werden häufig in Umweltberichten von Unternehmen eingesetzt. Sie sind informativ was die Umweltleistung eines Unternehmens angeht und erlauben einen Vergleich mit den Leistungen anderer ähnlicher Unternehmen.

Um die Vergleichbarkeit zu verbessern wurde eine Norm, die ISO 14031, entwickelt. Sie definiert die Umwelt(leistungs)kennzahl wie folgt:

"[Eine] Umweltleistungskennzahl [ist] eine spezifische Größe, die Informationen über die Umweltleistung einer Organisation darstellt, wobei die Umweltleistung als die Ergebnisse, die aus dem Management der Umweltaspekte einer Organisation hervorgehen, angesehen wird."

Umweltkennzahlen werden häufig auch betriebsintern, zur Bewertung des Ist-Zustands, eines Unternehmens angewandt, um Abweichungen von den Zielvorgaben oder Störfälle frühzeitig zu erkennen. Sie daher meist Bestandteil des betrieblichen Umweltmanagementsystems.

Umweltkennzahlen unterstützen folgende Aufgaben des Umweltmanagements:

  • Identifikation von Schwachstellen: Mit Umweltkennzahlen lassen sich einzelne Prozesse oder komplexe Zusammenhänge transparent darstellen. So hat z.B. die monatliche Messung der Energieeffizienz an Kunststoffextrudern gezeigt, dass die Anlagen in der Urlaubszeit ineffizient ausgelastet sind.
  • Vergleich von Anlagen, Betriebsteilen oder Betrieben (Benchmarking): Durch die Verwendung von geeigneten Bezugsgrößen lassen sich ähnliche, prinzipiell vergleichbare Anlagen, Betriebe oder Teile davon vergleichen, um so Lernprozesse auszulösen.
  • Unterstützung kontinuierlicher Verbesserungsprozesse: In Arbeitsbereichen, in denen die Mitarbeiter durch ihr Handeln die Verbrauche und Emissionen beeinflussen, können mit Umweltkennzahlen Zielvorgaben und die Zielerreichung dargestellt werden.
  • Darstellung und Analyse von Trends für interne Zwecke: Mit Umweltkennzahlen lassen sich Trends über Monate oder Jahre hinweg darstellen und verfolgen. Anhand dieser Darstellungen können Trends beurteilt werden.
  • Verwendung in der externen Kommunikation: Mit Umweltkennzahlen lassen sich Trends über längere Zeiträume (Jahre) hinweg darstellen. Häufig können so die langfristigen Erfolge des Umweltmanagements aufgezeigt und für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet werden.

Diese Funktionen der Umweltkennzahlen ermöglichen die Erschließung von Kostensenkungspotenzialen und die Reduzierung von Umweltbelastungen.

BREF als Quelle zur Beurteilung der Umweltperformance

Die EU hat in Zusammenhang mit der IPPC-Richtlinie die Erarbeitung so genannter Merkblätter für die Beste verfügbare Technik (BVT) in Auftrag gegeben. Diese BREF sind u.a. für die folgenden Branchen entwickelt worden:

  • Gießereien
  • Stahlverarbeitung
  • Nichteisenmetallindustrie
  • Industrielle Kühlsysteme, usw.

Die teilweise sehr umfangreichen Dokumente können beim Umweltbundesamt heruntergeladen werden. Neben der Beschreibung umweltgerechter Techniken und des Standes der Technik in der jeweiligen Branche finden sich in diesen Dokumenten zahlreiche Kennzahlen zur Beurteilung, ob spezifische Verfahren dem Stand der Technik entsprechen. Diese Informationen können genutzt werden, um die Umweltleistung des eigenen Unternehmens zu beurteilen.

Glossar

Benchmark
Mit Benchmarks sind spezifische Kennzahlen gemeint, die einen mehr oder weniger objektiven Vergleich zwischen Unternehmen zulassen, z. B. Energieverbrauch je Produktionseinheit. Benchmarks können auch unternehmensintern, zur Messung der Verbesserung einzelner Produktionsprozesse, eingesetzt werden.

BREF
BREF bedeutet  "Best Available Techniques Reference Documents", in Deutschland auch BVT-Merkblätter genannt (BVT = Beste verfügbare Technik). BREF werden in einem mehrjährigen internationalen Verfahren zu den unter die IVU-Richtlinie (auch IPPC-Richtlinie, RL 2008/1/EG) fallenden Industriebereichen erarbeitet und beschreiben die beste verfügbare Technik. BREF sollen alle 3 Jahre angepasst werden.
Inhaltlich entspricht der in Deutschland seit langem übliche und weiter verwendete Begriff "Stand der Technik" der "Besten Verfügbaren Technik" nach der IVU-Richtlinie.
Der Stand der Technik wird in Deutschland u.a. durch die TA Luft beschrieben, die die Genehmigungsbehörden in Genehmigungsverfahren nutzen, um Anforderungen festzulegen und zu begründen. Bereits jetzt sind in der TA Luft BREF berücksichtigt, die zum Zeitpunkt der Neufassung der TA Luft vorlagen (siehe dazu 5.1.1 in der TA Luft).
Neben der Umsetzung in das untergesetzliche Regelwerk werden BREF den Genehmigungsbehörden auch direkt als Erkenntnisquelle bei der Festlegung von Auflagen dienen.


BVT
Dieser Begriff stammt aus der IVU-Richtlinie. Er bezeichnet den effizientesten und fortschrittlichsten Entwicklungsstand der Anlagentechnik und der Betriebsmethoden zur Vermeidung und Minimierung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, wobei die Technik wirtschaftlich vertretbar und technisch machbar sein sollte. In der Praxis entspricht der Begriff dem Stand der Technik.

ISO 14001 ff
ISO EN DIN der 14001 ff zur Gestaltung von Umweltmanagementsystemen.

Die umweltbezogenen Normen sind in der ISO 14001ff-Reihe enthalten. Sie regeln die Einführung eines Umweltmanagementsystems.

Im Zusammenhang mit dem Umweltmanagement sind die bedeutendsten Normen die

  • ISO 14001 Umweltmanagementsysteme - Spezifikation mit Anleitung zur Anwendung
  • ISO 14004 Umweltmanagementsysteme - Allgemeiner Leitfaden über Grundsätze, Systeme und Hilfsinstrumente.
  • EN ISO 19011:2002 Leitfaden für Audits von Qualitätsmanagement- und/oder Umweltmanagementsystemen
    Diese Norm ersetzt DIN EN ISO 14010 (Leitfäden für Umweltaudits - Allgemeine Grundsätze), DIN EN ISO 14011 (Leitfäden für Umweltaudits - Auditverfahren - Audit von Umweltmanagementsystemen) und DIN EN ISO 14012 (Leitfäden für Umweltaudits - Qualifikationskriterien für Umweltauditoren)
  • DIN EN ISO 14024 Umweltkennzeichnungen und -deklarationen - Umweltbezogene Kennzeichnung vom Typ I - Grundlagen und Verfahren
  • DIN EN ISO 14031 Umweltmanagement - Umweltleistungsbewertung – Leitlinien

Hinweis:
Alle Normen können über den Beuth-Verlag Berlin bestellt werden. Die Homepage des Verlags finden Sie hier.



IVU-Richtlinie
Richtlinie 2008/1/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU-Richtlinie) (Intergrated Pollution Prevention and Control - "IPPC-Richtlinie").

Den Gesetzestext finden Sie hier.



Performance
Mit Performance bezeichnet man u. a. die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens



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