Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Späneaufbereitung

Um Späne und Hackschnitzel aufzubereiten und zu lagern stehen dem Schreiner folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Absackung

Bild: Offene Filteranlage mit Spänesäcken
Spänesäcke einer Filteranlage 

Die einfachste Form, Späne und Stäube aus der Filteranlage zu erfassen und zu lagern sind Kunststoffsäcke. 3 - 4 Stück von ihnen werden typischerweise unterhalb der des Filters platziert. Sie haben jeweils ein Fassungsvermögen von 150 - 200 Liter und wiegen gefüllt zwischen 15 - 25 kg.

Spänesäcke können gut manuell gehandhabt werden, allerdings ist der Umgang mit erheblichen Staubbelastungen verbunden. Hier empfiehlt sich der Einsatz einer speziellen Staubmaske (Näheres dazu auf der Seite Schreiner > Betriebsplanung > Maschinenabsaugung > Holzstaub).  

Die Spänesäcke können später verwertet werden:

  • in der betriebseigenen Holzfeuerung
  • in einer Holzfeuerung bei einem Kollegenbetrieb
  • in einem Reitstall als Streu

Brikettierung

 Bild: Brikettpresse
Brikettpresse

Die Brikettierung ermöglicht eine Verdichtung der Späne und Stäube zu zylinderförmigen oder 8-eckigen Briketts. Heute werden fast ausschließlich hydraulische Brikettieranlagen eingesetzt. Sie ermöglichen Komprimierung des Volumens um den Faktor 1:6 bis 1:8. Die Briketts erlangen damit Eigenschaften, die denen von Massivholz ähneln. Je höher der Staubanteil in der zu brikettierenden Fraktion, desto eher krümeln die Briketts aus. Bei längerer Lagerung zerfallen sie häufig.

Briketts können abgesackt und als Brennstoff verwertet werden. Wenn  sie  ausschließlich aus Massivholzspänen hergestellt werden, können sie auch ähnlich wie Massivholz im Privatbereich als Brennholz für den hauseigenen Kamin genutzt werden.

Der typische Leistungsumfang kleiner hydraulischer Brikettpressen liegt zwischen 50 und 100 kg/h. 

Wenn die Briketts in einem Brikettraum gelagert werden, um sie später in der eigenen Holzfeuerung zu verbrennen, kann damit das erforderliche Raumvolumen gegenüber einer reinen Spänelagerung um rund 70 % reduziert werden. Die Briketts werden dazu hinter der Brikettpresse in einem Schlauch oder Kanal geführt, der durchaus 10 bis 15 m überbrücken kann. Gegenüber Spänen ist die Lagerung mit deutlich weniger Staub verbunden, sie ähnelt eher der Lagerung von Massivholz. Die untere Explosionsgrenze von 30 g/m³ wird in der Regel nicht erreicht. Deshalb sind auch bei normalen Bedingungen keine zusätzlichen Druckentlastungsflächen erforderlich. Der vorbeugende Brandschutz im Sinne der Vermeidung von Zündquellen muss allerdings gewahrt bleiben. Zudem ist der Einbau einer Trockenlöschleitung empfehlenswert, um im Brandfall von außen das Feuer gezielt bekämpfen zu können.

Brikettpressen sind gegenüber anderen Lagerformen wesentlich empfindlicher. Es bedarf besonderer Sorgfalt, dass keine Metallteile in die Presse gelangen und so die Spannzangen beschädigen. Aufgrund der erheblichen hydraulischen Kräfte kann es häufiger zu Störungen kommen.

Silo

Die Entscheidung für die Lagerung der Späne und Stäube in einem Silo geht einher mit der Frage, ob man die anfallenden Resthölzer im Betrieb thermisch verwerten möchte. Sofern dies baulicherseits möglich ist kann in der räumlichen Zusammenfassung von Filtereinheit, Silo und Holzfeuerung die komfortabelste Erfassung und Verwertung ermöglicht werden.

Die Dimensionierung eines Silos ist eine langfristige Frage. Da ein späterer Ausbau meist nicht mehr möglich ist, kann er eigentlich gar nicht groß genug sein. Für die Planung geht man zumeist von dem Faktor 0,5 bezogen auf den gesamten Brennstoffbedarf pro Jahr aus. In der folgenden Tabelle wird überschlägig die Dimensionierung in Abhängigkeit von der Nennwärmeleistung der Holzfeuerung abgeschätzt:

Tabelle: Nennwärmeleistung und Silokapazität

Nennwärmeleistung (kW) 50 75 100 150 200 300
Brennstoffbedarf (m³) 111 167 223 334 446 669
Silokapazität (m³) 56 84 112 167 223 335
Quelle: Planung und Einrichtung von Tischler-/Schreinerbetrieben S. 99

Weitere Informationen zur sicherheitstechnischen Ausstattung von Silos finden sich auf der Seite Schreiner > Betriebsplanung > Lagerung > Spänesilo.

Häufig wird die Filtereinheit für die Maschinenabsaugung räumlich woanders untergebracht als der Silo. Hier muss ein Transportventilator die aus der Filtereinheit abgeschiedenen Späne erfassen und zumeist mit einer Ringleitung in den Silo transportieren. Diese Ventilatoren haben häufig eine Nennleistung von 5 oft von 7,5 kW und laufen praktisch immer mit, wenn ein Ventilator eingeschaltet ist - unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Dadurch wird in erheblichen Umfang unnötig Strom vergeudet.

In vielen Fällen rechnet es sich, wenn der Transportventilator über eine einfache Sensor geschaltet wird. Erst ab einem bestimmten Füllhöhe im Zwischenbehälter wird er dann eingeschaltet und wird erst dann abgeschaltet, wenn er eine untere Füllhöhe erreicht hat.

Bild: Transportventilator zwischen Filtereinheit und Silo
Transportventilator zwischen Filtereinheit und Silo


Bunker

In vielen bestehenden Betrieben kann ein Silo nicht ergänzt oder integriert werden. Oft lässt es sich aber ermöglichen, eine ausreichend sichere Lagerung auch in den Kellerräumen vorzusehen.

Vorteile:

  • Vorhandene Kellerräume können genutzt werden.

Nachteile:

  • Zumeist begrenzte Lagerkapazität
  • Einrichtungen des Brand- und Explosionsschutzes sind oft schwieriger einzubauen, als dies bei einem Silo der Fall ist.
  • Entleerung bei Betriebsstörungen schwierig.

Grundsätzlich sind Bunker gut geeignet für die Lagerung von Briketts oder Stückholz. Bei der Lagerung von Holzspänen und -stäuben müssen zusätzliche Sicherheitsanforderungen im Hinblick auf eine Sprühwasserlöscheinrichtung und Druckentlastungsflächen beachtet werden. Im folgenden Bild ist eine mögliche Lösung dargestellt. Dabei stellt 1 die Druckentlastung dar und 2 die Trockenlöschleitung, um von außen im Brandfall Löschwasser in den Bunker einbringen zu können.

Bild: Sicherheitstechnik in einem Bunker im Keller
Sicherheitseinrichtungen Bunker
Quelle: Wärme aus Holzresten, Fachverband des Schreinerhandwerks, BW, S. 18

Container

Dort, wo keine betriebliche Holzfeuerung für die Verwertung der Späne vorgesehen ist, bieten Containersysteme eine gute Alternative zu den Sacksystemen. Zwei Varianten kommen in der Praxis zum Einsatz.

Wird die abgesaugte Luft zunächst in den Container geführt, bedarf es einer vergleichbaren Sicherheitstechnik wie bei einem herkömmlichen Silo:

Bild: Einblascontainer für Späne
Einblascontainer für Späne

Im Container werden die Späne vorabgeschieden und die Staubfraktion wird danach in der Filteranlage erfasst.

In der zweiten Variante erfolgt die komplette Abscheidung von Spänen und Stäuben in der Filteranlage. Über eine Zellenradschleuse wird das erfasste Material drucklos einem einfachen Container übergeben. Der Container benötigt in diesem Fall keine zusätzlichen Explosionsschutzeinrichtungen.

Bild: Spänecontainer nach Zellenradschleuse
Spänecontainer nach Zellenradschleuse
Quelle: Planen und Einrichten von Tischler-/Schreinerbetrieben S. 108

Glossar

Druckentlastungsfläche
Druckentlastungsflächen dienen dazu, im Explosionsfall den Überdruck gezielt abzuleiten und damit die Standgefahr eines Silos oder Bunkers nicht zu gefährden. Die erforderlichen Druckentlastungsflächen ergeben sich aus den Vorgaben der VDI 3673. Bei einer Explosion und beim Ansprechen dürfen Personen durch fortgeschleuderte oder herabfallende Teile und durch mögliche Druck- und Flammenauswirkungen nicht gefährdet werden können.

Sprühwasserlöscheinrichtung
Sprühwasserlöscheinrichtungen dienen dazu, eingebrachtes Löschwasser sehr gezielt dem Brandherd zuzuführen. Dies kann durch eine trockene Löschwasserleitung erfolgen, die einen Anschluss für die Feuerwehr besitzt oder durch Leitungen, die permanent an das Wassernetz angeschlossen sind und im Brandfall automatisch auslösen.



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