Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Aus- und Weiterbildung

Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter dient der Wissensvermittlung, kann aber auch die Motivation der Mitarbeiter steigern und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen festigen.

Primär soll sie

  • Hintergründe und Zusammenhänge,
  • Handlungsvorgaben und Alternativen,
  • Auswirkungen der Arbeiten auf Umwelt und Gesundheit der Mitarbeiter,
  • Folgen von fehlerhaft ausgeführten Arbeiten

vermitteln. 

Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter findet sowohl in den Objekten als auch in der Betriebszentrale statt.

Objektspezifische Unterweisungen für Reinigungskräfte, Schulungen zu Arbeitsabläufen vor Beginn der Arbeiten, arbeitsbegleitende Schulungen und Unterweisungen aus besonderem Anlass wie z.B. auch spontane Hinweise sollten in den jeweiligen Objekten stattfinden. Schulungsthemen, die im Objekt behandelt werden sollten, finden Sie unter Gebäudereiniger > Einsatzort > Unterweisungen.

Übergeordnete, allgemeinere Themen von zentralem Interesse wie z.B.

  • Arbeitssicherheit
  • Umweltschutz
  • Arbeitsmethoden
  • Anwendung von Reinigungsmitteln und -verfahren
  • Kundengespräche
  • Mitarbeiterführung

können besser in Schulungsräumen mit entsprechender Infrastruktur in der Betriebszentrale oder in betriebfremden Einrichtungen wie z.B. Tagungszentren oder Hotels durchgeführt werden.

Im personalintensiven Gewerk Gebäudereinigung kommt der Ausbildung der Mitarbeiter auf allen Ebenen eine besondere Bedeutung zu. Ohne intensive Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter wird sich ein Unternehmen nur schwer am Markt behaupten können. Dies trifft nicht nur auf die Reinigungskräfte vor Ort zu, die besonders in den Methoden und Techniken der Gebäudereinigung und –pflege geschult werden müssen. Auch die Führungskräfte sollten regelmäßig zu allen Themen der Gebäudereinigung, insbesondere jedoch der Mitarbeiterführung und über Möglichkeiten der Kontaktpflege zu Kunden und potenziellen Kunden informiert werden. Die Weiterbildung für die Geschäftsleitung findet in der Regel außer Haus statt. Sie besteht nicht nur aus Seminaren oder Vorträgen zu bestimmten Themenkreisen. Auch Messebesuche und Informationsreisen dienen zur Weiterbildung auf der Geschäftsleiterebene.
 
Eine besondere Bedeutung kommt der Schulung der Objektleiter zu. Auf der Objektleiterebene ist sicherlich der Schulungsbedarf am umfangreichsten. Objektleiter sind meist für die Aus- und Weiterbildung der Reinigungskräfte vor Ort zuständig. Sie sind aber auch das Bindeglied zwischen Unternehmen und Kunden. Daher müssen sie sowohl im technischen Bereich als auch im kaufmännischen und psychologischen Bereich fundiert aus- und weitergebildet werden. Der einmalige Besuch eines Objektleiterlehrganges ist dazu sicher nicht ausreichend.

Besondere Beachtung ist der rechtssicheren Dokumentation von gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen zur Arbeitssicherheit zu widmen. Nur wenn die Schulungen der betroffenen Mitarbeiter nachweisbar sind, gelten sie als durchgeführt. Im Falle eines Rechtsstreites nach einem Arbeitsunfall oder arbeitsbedingten Langzeitschäden (z.B. Gehörschäden) zählt nur die schriftlich dokumentierte Unterweisung. Einen Formularvordruck zur rechtssicheren Dokumentation von Schulungsmaßnahmen finden Sie unter Gebäudereiniger > Betriebszentrale > Dokumentation.

Die Aus- und Weiterbildung sollte systematisch betrieben werden. Dadurch werden Überschneidungen vermieden und die Mitarbeiter können gezielt entsprechend ihren Fähigkeiten, Interessen und Neigungen ausgebildet werden. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Mitarbeiter über- oder unterfordern und in denen Mitarbeiter keinen Sinn erkennen können, sind Fehlinvestitionen.

Sinnvoll ist es, Ihre eigene und die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter jährlich im Voraus in Form eines Aus- und Weiterbildungsplanes zu dokumentieren. Ein Muster für diesen Plan können Sie sich unter Gebäudereiniger > Betriebszentrale > Dokumentation herunterladen. 

Weitere Hinweise zur Mitarbeiterschulung finden Sie unter Maler und Stuckateure > Betriebsorganisation > Mitarbeiterschulung und Maler und Stuckateure > Baustellenorganisation > Schulung Baustellenpersonal.

Anregung

Ein kleineres Gebäudereinigungsunternehmen mit 10 Objektleitern, das großen Wert auf den direkten und häufigen Kontakt zum Kunden legt, plante als Ersatzbeschaffung für die bisher üblichen, üppig ausgestatteten Mittelklassefahrzeuge der Objektleiter die Anschaffung von Kleinwagen mit Minimalausstattung.

Diese zunächst heftig kritisierte Entscheidung wurde vollkommen akzeptiert, als der Unternehmer in der wöchentlichen Objektleiterrunde im direkten Gespräch den Verzicht auf das Statussymbol Mittelklasse-PKW damit erklärte, dass durch die Einsparungen

  • die im Vergleich zu anderen Unternehmen hohe Zahl der Objektleiter gehalten werden kann. Dies gehört zur Geschäftspolitik des Hauses und dient der Kundenbindung,
  • die Preissteigerungen bei Kraftstoffen und Fahrzeugen durch diese Beschaffungsmaßnahme aufgefangen werden können,
  • die Preise für die Leistungen des Unternehmens zumindest gehalten werden können, 
  • die aggressive Preispolitik, die durch Einsparungen beim Fuhrpark möglich wird, zum Fortbestand des Unternehmens beiträgt und damit die Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter gesichert sind,
  • die geringere Belastung der Umwelt durch die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs und  - damit einhergehend – die Minderung des CO2-Ausstoßes durch die Fahrzeuge werbetechnisch eingesetzt werden soll.

Unterstützt wurde die Entscheidung dadurch, dass auch der Unternehmer für seine Geschäftsfahrten auf einen dieser Kleinwagen umstieg (Vorbildfunktion). Die Umstellung wurde allen Kunden mit der Begründung mitgeteilt, dass nur durch diese Maßnahme das Umweltziel der Reduzierung des CO2-Ausstoßes erreicht werden kann. Die Vorteile einer CO2-Minderung wurden den Kunden in der Mitteilung erläutert.

Informieren Sie sich regelmäßig über das für Gebäudereiniger sinnvolle Schulungsangebot. Informationen erhalten Sie z.B. bei der Landesinnung, beim Bundesinnungsverband und bei anderen Institutionen wie z.B. dem Umweltinstitut Offenbach, FIGR oder OTTI-Kolleg.



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