Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Lagerung von Betriebsmitteln und Hilfsstoffen

In Lager und Werkstatt werden eine Vielzahl von Betriebmitteln und Hilfsstoffen gelagert. Dazu gehören Reinigungs- und Pflegemittel, Arbeitsmittel wie Fahreimer, Wischtücher und Elektrogeräte, aber auch Werkzeuge und Sanitärpapiere. Als Lagerung wird allgemein ein Verbleib von Stoffen oder Stoffzubereitungen zur Vorratshaltung oder Bereitstellung zur Verwendung über einen Zeitraum von 24 Stunden hinaus angesehen. Eine Bereitstellung von Stoffen und Stoffzubereitungen zum Verkauf ist keine Lagerung.

Insbesondere von der Lagerung der Reinigungs- und Pflegemitteln sowie Kraftstoffen für motorgetriebene Maschinen geht eine permanente potenzielle Gefährdung für Gesundheit und Umwelt, Boden, Grundwasser und Atemluft aus.

Die Lagerung stellt jedoch auch einen erheblichen Kostenfaktor dar. Insbesondere in kleineren Gebäudereinigungen neigen die Unternehmer dazu, größere Lager zu betreiben, die ihnen wegen vermeintlicher Kostenvorteile bei der Beschaffung von Reinigungsmitteln als besonders kostengünstig erscheinen. Leider ist in vielen Fällen genau das Gegenteil der Fall. Die Kapitalbindung ist in diesen Lagern besonders hoch. Dazu tragen auch die gesetzlichen Anforderungen an eine sichere Lagerung von gefährlichen Stoffen bei. Meist werden die kalkulatorischen Kosten für die Lagerhaltung nicht berücksichtigt, weil z.B. die Lagerräume im Besitz des Unternehmens sind und dafür vermeintlich keine Mietkosten anfallen.

In größeren Gebäudereinigungsunternehmen ist dagegen die Lagerhaltung vergleichsweise stark eingeschränkt. Diese Unternehmen nutzen besonders intensiv die Möglichkeiten der Direktbelieferung von Reinigungs- und Pflegemitteln oder Wischmopps (Mietsystem) und Geräten in die Objekte. Die in den Objekten benötigten Maschinen und Geräte werden vor Ort deponiert, gewartet und geprüft. In vielen Objekten lassen sich geeignete Räume in Zusammenarbeit mit den Kunden finden, in denen dann z.B. auch eine oder mehrere Waschmaschinen und Trockner betrieben werden können. Dadurch können die Kosten für Lagerhaltung, Wäscherei und Werkstatt am Betriebsstandort sowie die Fahrtkosten für den Transport der Betriebsmittel von und zu den Objekten erheblich reduziert werden.

Tabelle: Lagerhaltung in der Betriebszentrale

pro contra
günstigere Einkaufspreise bei großen Bestellmengen erzielbar hohe potenzielle Gefährdung von Gesundheit und Umwelt 
bei guter Planung jederzeit alle Betriebsmittel in ausreichender Menge verfügbar hohe kalkulatorische Kosten/ Kapitalbindung  
  hohe Betriebskosten für Lagerausstattung und -betrieb  
  hohe Personalkosten inkl. Aus- und Weiterbildungskosten 
  ggf. Transport von Gefahrgut erforderlich 

Tabelle: Direktbelieferung in Objekte

pro contra
geringe potenzielle Gefährdung von Gesundheit und Umwelt  vorausschauende exakte Planung erforderlich 
geringe Betriebskosten für Lagerausstattung und -betrieb   in kleineren Objekten Direktanlieferung problematisch 
geringe Personalkosten für Lagerwirtschaft     
geringe Kapitalbindung     
hohe Flexibilität     
keine Gefahrguttransporte durch das Unternehmen     

  • Minimieren Sie die Lagermengen, wenn Sie ein Lager in Ihrer Betriebszentrale betreiben. Hohe Lagermengen binden Kapital und erhöhen das Risiko für Gesundheit und Umwelt. 
  • Durch die Nutzung von Beschaffungs- bzw. Lagergemeinschaften können die Kosten für die Lagerhaltung und Beschaffung reduziert werden.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten der Direktbelieferung wo immer möglich. Damit können Sie die Lagerhaltung in der Betriebszentrale auf das unbedingt notwendig Maß reduzieren, das Risiko für Gesundheit und Umwelt und die Betriebskosten senken.
  • Ordnen Sie Ihr Lager nach der Häufigkeit der Entnahme: Produkte, die häufig gebraucht werden, sollten in der Nähe des Lagereinganges gelagert werden. Dadurch sparen Sie unnötige Wege und Zeit.


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