Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg
 
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Holzschutzmittel

Holzschutzmittel dienen dazu, das Holz vor folgenden Belastungen zu schützen:
  • Insektenbefall
  • Pilzschäden
  • Feuer

Für die ersten beiden Schutzbereiche hat sich der Begriff Holzschutzmittel eingebürgert. Sie enthalten biozide Wirkstoffe, um Insekten oder Pilze abzutöten. Für die Verbesserung des Feuerwiderstandes bei Holzprodukten werden Feuerschutzmittel eingesetzt.

Im Zusammenhang mit Holzschutzmitteln kam es in der Vergangenheit zu teilweise erheblichen gesundheitlichen Problemen durch unsachgemäße Anwendung und unvollständige Kenntnisse über die konkrete Gefährdung. Dies hat dazu geführt, den Einsatz von Holzschutzmitteln auf das absolut notwendige Minimum zu verringern und in Innenräumen möglichst vollständig durch konstruktive Maßnahmen zu ersetzen. Holzschutzmittel müssen fachgerecht aufgetragen, gelagert und entsorgt werden.Weitere Hinweise hierzu finden sich unter Zimmerer > Produktverantwortung > Gesundes Wohnen > Holzschutzmittel.

Gefährdungsklassen

Der Zimmerer muss für seine Holzbauten ausreichenden Holzschutz gewährleisten. Für die Gefahren durch Pilze und Insekten ist ein vorbeugender chemischer Holzschutz entsprechend den Vorgaben der DIN 68800-3 erforderlich, wenn durch konstruktive Maßnahmen kein ausreichender Holzschutz sichergestellt werden kann. Möglichkeiten eines ausreichenden konstruktiven Schutztes werden im Bereich Zimmerer > Holzschutz näher erläutert.

Es kann auf wässrige oder lösemittelhaltige Holzschutzmittel zurückgegriffen werden, die im Rahmen einer Zulassung auf ausreichende Wirksamkeit und geringe Umweltgefährdung geprüft worden sind. Entsprechend der Gefährdung werden Holzschutzmittel wie folgt gekennzeichnet:

Tabelle: Gefährdungsklassen und Beanspruchung nach DIN 68800-3

Gefährdungsklasse Beanspruchung  Gefährdung Prüfprädikat
 0 Innen verbautes Holz, ständig trocken  keine   -
 1 Innen verbautes Holz, ständig trocken  Insekten  Iv
 2 Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich  Insekten,
Pilze
 Iv, P
 3 Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, aber ohne Erdkontakt Insekten,
Pilze, Witterung
 Iv, P, W
 4 Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt  Insekten,
Pilze, Witterung,
Moderfäule
 Iv, P, W, E

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam
P  = gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W = Witterungskontakt, ohne ständigen Erd- und Wasserkontakt
E  = ständiger Erd- und Wasserkontakt

Bauaufsichtliche Zulassung

Wenn ein Holzschutzmittel entsprechend den Vorgaben der DIN 68800 zum Einsatz kommen soll, muss es mit einem bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) aufweisen. Diese zugelassenen Mittel weisen ein entsprechendes amtliches Prüfzeichen auf.

Für die Behandlung von Holzbauteilen, die nicht statisch geprüft werden, sollten ebenfalls nur Mittel mit einem anerkannten Prüfkennzeichen eingesetzt werden. Die Prüfanforderungen des RAL gewährleisten, dass es eine ausreichende Fixierung aufweist und nach dem Stand der Technik umweltverträglich ist. Mittel mit dem Kennzeichen des blauen Engels haben keine chemischen Wirkstoffe, sondern dienen vor allem dem Witterungsschutz des Holzes, indem sie dessen Auffeuchtung vermindern.

Bild: Übersicht der Qualitätszeichen für Holzschutzmittel
 

Glossar

biozid
Biozide Wirkstoffe dienen dazu, den Schutz von Produkten aus Holz oder anderem organischen Material zu verbessern. Sie dienen dazu, bestimmte pflanzliche oder tierische Organismen in ihrem Wachstum zu hemmen oder zu zerstören.

RAL
RAL - Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.  RAL ist die alleinige Vergabestelle für das Umweltzeichen Blauer Engel. Als gemeinsame Initiative gründeten die Privatwirtschaft und die damalige Regierung der demokratischen Weimarer Republik 1925 den Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen (RAL). Seine Aufgabe bestand ursprünglich in der Vereinheitlichung präziser technischer Lieferbedingungen mit dem Ziel der Rationalisierung. Heute ist RAL die anerkannte Kompetenz für verlässliche Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen.

Stand der Technik
In einigen Umweltgesetzen (vgl. z.B. § 57 Wasserhaushaltsgesetz, § 5 Nr. 2 BImSchG) gebräuchliche Bezeichnung für den Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen, deren praktische Eignung als gesichert erscheint. Maßnahmen nach dem Stand der Technik sollen den besten zur Zeit realisierbaren Schutz der Umwelt vor Schädigungen garantieren. Der Stand der Technik ist auch für die Gewährleistung des Schutzes der Beschäftigen vor Gefährdungen maßgeblich. Hier ist das Technische Regelwerk z.B. in Form der Technischen Regeln für Gefahrstoffe zu beachten.  

Ein weitergehender Begriff ist "Stand von Wissenschaft und Technik" für Anlagen, die noch nicht im Betrieb erprobt sind. Im Zuge der technologischen Entwicklung werden Anlagen des Standes von Wissenschaft und Technik schrittweise zum Stand der Technik, so dass sich in Genehmigungsverfahren unterschiedliche Auffassungen zwischen Antragssteller und Behörde über die anzuwendende Technologie ergeben können.





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